Vertrauen auf Jesu Glauben

943 vertrauen auf jesu glaubenKürzlich habe ich mich mit dem Thema Glauben beschäftigt und festgestellt, dass viele Menschen ihn missverstehen und dadurch unnötig belastet sind. Vielleicht gehören Sie auch dazu. Die meisten von uns sind daran gewöhnt, sich auf den eigenen Verstand und die eigenen Fähigkeiten zu verlassen. Genau darin liegt das Problem. Es fällt uns schwer, auf Jesu Glauben zu vertrauen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Jesus Christus hat vor dem Vater den vollkommenen Glauben für Sie. Wir alle glauben an etwas, entweder an die Wahrheit oder an eine Lüge. Die entscheidende Frage lautet, auf wen unser Vertrauen gerichtet ist.

Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, verlangt nicht von uns, aus eigener Kraft einen vollkommenen Glauben aufzubringen. Unser eigener Glaube ist, so aufrichtig er auch sein mag, ebenfalls von Sünde und Verderben geprägt. Ein Mann brachte seinen Sohn zu Jesus. Dieser hatte einen bösen Geist, und der Vater sagte: Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! «Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» (Mk 9,23-24).

Genau hier tritt Jesus für uns ein. Er gleicht unseren Mangel aus und hilft uns dort, wo wir aus eigener Kraft nicht weiterkommen. Unser Vertrauen gleicht oft einer Achterbahnfahrt, einem Auf und Ab je nach Stimmung und Umständen. Viele Menschen leiden unnötig, weil sie stärker auf ihren eigenen Glauben schauen als auf den Glauben, den Gott schenkt. Wie könnte etwas so Unbeständiges wie unser menschlicher Glaube vor dem vollkommenen, heiligen Gott bestehen?

Der Glaube, den der Vater, der Sohn und der Heilige Geist von uns erwarten, ähnelt dem Glauben, den mein kleiner Sohn einst zeigte, als er mich um Erlaubnis bat, den Rasen zu mähen. Er war noch viel zu klein und ungeschickt, um sicher auf dem Aufsitzrasenmäher zu sitzen und zu mähen. Trotzdem wollte er mir unbedingt helfen. Ich setzte ihn auf meinen Schoss. Er zündete den Mäher und kurbelte am Lenkrad. Er beschleunigte, indem er mit seinen kleinen Füssen kräftig meine Schienbeine bearbeitete. Später prahlte er damit, wie er an jenem Tag den Rasen gemäht hatte.

Verstehen Sie? Mein Sohn hatte an jenem Tag nichts anderes getan, als mir beim Rasenmähen zu helfen. Ehrlich gesagt war er mir, abgesehen von der Liebe, die uns verband, eher hinderlich und stellte sogar ein Sicherheitsrisiko dar. Ich hatte ihn an meinem Mähen teilhaben lassen und meine Fähigkeit mit ihm geteilt. Mein Sohn hatte sein Vertrauen mit sicherer Gewissheit auf mich gesetzt.

Das ist wahrhaft biblischer Glaube. Wir sollen auf Jesu Glauben vertrauen, so wie mein Sohn tatsächlich auf meinen Glauben setzte. Während ich mähte, hatte er völlig sorgenfrei eine Menge Spass. Unser eigener Glaube reicht oft nicht aus, um dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist von ganzem Herzen zu vertrauen. Viele von uns sind durch einen fehlgeleiteten Glauben erschöpft und ausgebrannt. Das Problem liegt darin, dass dieser menschliche Glaube viel zu wenig tragfähig und zudem verdorben ist, um den Herausforderungen des Glaubens je gewachsen zu sein. Deshalb wird der Glaube an Gottes gnädige Freudenbotschaft Geschenk genannt: «Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme» (Eph 2,8-9).

Paulus rät uns, uns um nichts zu sorgen, auch nicht um unseren Glauben: «Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!» (Phil 4,6).

Der Apostel Paulus lässt uns an seiner Erfahrung teilhaben: «Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben» (Gal 2,19–20).

Wir leben im Glauben an den Sohn Gottes, an Jesus Christus. Er hat vor dem Vater den vollkommenen Glauben für Sie und mich. Darum dürfen Sie ruhig werden, auch wenn Zweifel, Ängste und Sorgen bleiben. Sie müssen sich nicht auf Ihre eigene Glaubenskraft verlassen. Nehmen Sie die Gnade an, die Jesus Ihnen schenkt, und vertrauen Sie darauf, dass er für Sie einsteht. Gehen Sie Ihren Weg weiter. Oder um im Bild zu bleiben: «Mähen Sie den Rasen» des Lebens im Vertrauen auf Jesus.

Ehe der Welt Grund gelegt war, hat der dreieinige Gott beschlossen, die Menschheit in das unbeschreibliche Leben, die Gemeinschaft und die Freude einzubeziehen, die der Vater, der Sohn und der Heilige Geist als der eine wahre Gott miteinander teilen: «Er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit» (Eph 1,5-8).

In Jesus Christus, dem Sohn Gottes im Fleisch, sind wir in die Gemeinschaft und Freude des dreieinigen Lebens einbezogen: «Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner grossen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet –; und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus» (Eph 2,4-6).

Ja, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist lieben Sie wirklich. Wenn Sie dieser Wahrheit noch nicht ganz vertrauen können, dann schauen Sie auf Jesus Christus. Er steht für Sie ein und trägt Sie auch dort, wo Ihr eigener Glaube schwach ist. Richten Sie Ihren Blick auf die Schöpfung. Sehen Sie die Vielfalt der Tiere, die Schönheit der Pflanzen, die Kraft der Berge, das Leben in den Meeren, die Ordnung der Jahreszeiten und die Weite des Universums. Alles weist auf einen Gott hin, der mit Weisheit, Macht und Liebe handelt.

Wer eine solche Welt geschaffen hat, ist auch Ihrem Leben gewachsen. Wer den Kosmos trägt, kann auch Sie tragen. Wer jedem Geschöpf seinen Platz gibt, kann auch Ihr Herz gewinnen und Sie zum Vertrauen führen. Darum setzen Sie auf Gott. Nicht, weil Ihr Glaube schon vollkommen ist, sondern weil Jesus Christus treu ist und Sie Schritt für Schritt in sein Vertrauen hineinführt.

von Tim Brassell 


Weitere Artikel über dieses Thema:

Blindes Vertrauen

Augen schliessen und vertrauen