Versöhnt durch Jesus Christus
Bereits vor der Erschaffung der Menschheit stand Gottes Heilsplan fest. Seit Anbeginn der Zeit war Jesus, der Sohn Gottes, als Opferlamm bestimmt. Petrus erklärt, der Christ werde erlöst «mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt war, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen» (1. Petr 1,17-20). Paulus bezeichnet Gottes Beschluss, ein Sündenopfer vorzusehen, als einen «ewigen Vorsatz, den Gott in Christus Jesus, unserem Herrn, ausgeführt hat» (Eph 3,11). Gott wollte damit «in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus» (Eph 2,7).
Jesus von Nazareth, Gott im Fleisch, kam in diese Welt: «Er wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit» (Joh 1,14). Er nahm das Menschsein auf sich und teilte unsere Nöte und Sorgen: «Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde» (Hebr 4,15). Jesus wurde versucht wie wir, blieb dabei frei von Sünde. Obwohl er vollkommen und ohne Schuld war, gab er sein Leben für unsere Sünden hin. Jesus hat, wie wir lesen, unseren Schuldbrief ans Kreuz geheftet: «Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet» (Kol 2,13-14).
Jesus starb für uns, um uns zu retten und unsere Schuld auszulöschen, damit wir leben können. Einer der bekanntesten Verse der Bibel bringt Gottes Beweggrund für die Sendung Jesu klar zum Ausdruck: «Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben» (Joh 3,16).
Jesu Tat rettet uns
Warum sandte Gott Jesus in die Welt? Gott sandte seinen Sohn in die Welt: «dass die Welt durch ihn gerettet werde» (Joh 3,17). Nur durch Jesus ist Rettung möglich: «In keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden» (Apg 4,12).
In Gottes Heilsplan ist vorgesehen, dass wir gerechtfertigt und mit Gott versöhnt werden. Rechtfertigung umfasst weit mehr als nur die Vergebung von Sünden, auch wenn diese ein zentraler Bestandteil davon ist. Gott rettet uns aus der Macht der Sünde. Wir sind Knechte (Sklaven) der Sünde und die Sünde brachte uns den Tod. Durch die Kraft des heiligen Geistes befähigt er uns, ihm zu vertrauen, ihm zu gehorchen und ihn zu lieben. Jesu Opfer ist Ausdruck der Gnade Gottes, die die Sünden eines Menschen tilgt und die Todesstrafe aufhebt. Paulus schreibt: «Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt» (Röm 5,18).
Ohne Gottes Gnade und ohne Jesu Opfer bleiben wir in der Knechtschaft der Sünde. Wir alle sind Sünder, deshalb lastet über uns allen die Todesstrafe. Sünde trennt uns von Gott. Sie errichtet eine Wand zwischen uns und Gott, die durch seine Gnade eingerissen werden muss.
Herrschaft der Sünde
Gottes Heilsplan setzt voraus, dass die Sünde ihre Herrschaft verliert: «Das Gesetz konnte uns nicht retten, weil unsere menschliche Natur ihm widerstand. Deshalb sandte Gott seinen Sohn zu uns. Er kam in menschlicher Gestalt wie wir, aber ohne Sünde. Gott zerstörte die Herrschaft der Sünde über uns, indem er seinen Sohn stellvertretend für unsere Schuld verurteilte» (Röm 8,3). Am Anfang stand unsere unausweichliche Strafe für die Sünde, die Verurteilung zum ewigen Tod. Dieses Urteil konnte nur durch ein vollkommenes Sündenopfer aufgehoben werden. Das geschah durch Jesu Tod.
An die Epheser schrieb Paulus: «Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner grossen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht» (Eph 2,4-5). Danach zeigt er deutlich, wodurch wir das Heil empfangen: «Aus Gnade seid ihr gerettet – und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus» (Vers 5-6). Die Erlangung des Heils geschieht allein aus Gottes Souveränität und seiner grossen Gnade. Durch die Sünde waren wir einst geistlich tot, obwohl unser physischer Leib noch lebte. Wer durch Gott gerechtfertigt worden ist, ist zwar weiterhin dem leiblichen Tod unterworfen, besitzt aber schon die Hoffnung auf das ewige Leben. Paulus erklärt weiter: «Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme» (Eph 2,8-9).
Sünde bewirkt Entfremdung zwischen uns und Gott. Rechtfertigung beseitigt diese Trennung und führt uns in eine enge Gemeinschaft mit Gott. Rechtfertigung bedeutet, mit Gott versöhnt zu sein. Wir sind von den schrecklichen Folgen der Sünde erlöst. Wir sind befreit aus einer Welt, die gefangenhält. Durch Gottes Herrlichkeit und Kraft wurde uns «die kostbaren und allergrössten Verheissungen geschenkt, damit ihr durch sie Anteil bekommt an der göttlichen Natur, wenn ihr der Vergänglichkeit entflieht, die durch Begierde in der Welt ist» (2. Petr 1,4).
Über Menschen, die in einer solchen Beziehung zu Gott leben, sagt Paulus: «Da wir nun gerechtgeworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus» (Röm 5,1).
So lebt der Christ nun unter der Gnade. Er ist noch nicht ausser Reichweite der Sünde, wird aber durch den Heiligen Geist fortwährend zur Reue geführt. Johannes schreibt: «Wenn wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit» (1. Joh 1,9).
Als Christen leben wir nicht mehr in einer gewohnheitsmässig sündigen Haltung. Vielmehr wird in unserem Leben die Frucht des göttlichen Geistes sichtbar: «Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies steht kein Gesetz» (Gal 5,22-23). Unser Leben wird durch den Geist Gottes geleitet. Jesus in uns bringt gute Werke hervor. Paulus schreibt: «Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen» (Eph 2,10).
Durch gute Werke können wir keine Rechtfertigung erlangen: «Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch gerecht» (Gal 2,16).
Wenn wir Gottes Weg gehen und im Geist wandeln, werden wir auch danach streben, ihm zu gefallen. Gerettet werden wir nicht durch unsere Werke. Gott hat uns das Heil geschenkt, damit wir gute Werke tun. Paulus schreibt, die Rechtfertigung komme durch die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes: «Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig – nicht um der Werke willen, die wir in Gerechtigkeit getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland» (Titus 3,4-6).
Wir können Gottes Gnade nicht verdienen. Er schenkt sie uns. Das Heil ist nichts, das wir uns durch besondere Leistungen oder religiöse Werke erarbeiten könnten. Gottes Gunst, seine Gnade und seine bedingungslose Liebe sind und bleiben immer unverdient.
von Joseph Tkach
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