Geboren zur lebendigen Hoffnung

934 geboren zur lebendigen hoffnungIm Gespräch mit Nikodemus verwendete Jesus den Begriff «von Neuem geboren werden». Damit zeigte er die tiefgreifende Veränderung, die ein Mensch erfahren muss, um in das Reich Gottes zu kommen: «Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen» (Joh 3,3-5).

Das Bild der neuen Geburt hat zwei Seiten. Es beschreibt den Eintritt in eine neue Schöpfung, in der der Mensch mit neuem Leben beschenkt wird. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass dieses Bild auch die Erfahrung von Gläubigen widerspiegelt, die aus ihrem früheren Leben herausgerufen worden sind?

Als Petrus seinen Brief an eine Gemeinde richtete, die wegen ihres Glaubens ausgegrenzt wurde, griff er das Bild der neuen Geburt auf. Er wollte die Gläubigen ermutigen, sich nicht länger an ihrer früheren Lebensweise zu orientieren: «Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner grossen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit» (1. Petr 1,3–5).

Haben Sie das ganze Bild vor Augen? Durch die Wiedergeburt werden wir in die lebendige Hoffnung hineingeboren. Ein neugeborenes Kind erlebt nach der Geburt eine völlig andere Umgebung als im Mutterleib. Können Sie sich vorstellen, dass ein Baby nach seiner Geburt wieder wie im Mutterleib leben möchte?

Als Christen stehen wir immer wieder in der Gefahr, in ein Leben zurückzufallen, das unseren alten Gewohnheiten entspricht. Wir möchten uns wieder so bewegen und atmen wie früher. Diese Versuchung ist besonders stark, weil wir von einer Kultur umgeben sind, die Menschen unter Druck setzt oder ablehnt, wenn ihr Glaube und ihre Lebensweise nicht zu den herrschenden Vorstellungen passen. Wer in dieser Welt Christus nachfolgt, lebt als Fremder. Wir sind im Mutterleib dieser Welt nicht mehr zu Hause. Wir besitzen eine neue Zugehörigkeit. Wir gehören zu unserem himmlischen Vater. Wir sind Teil einer neuen Familie von Brüdern und Schwestern, die gemeinsam in seiner Liebe leben. Unser neues Leben in Freiheit und im Licht ist unvergleichlich reicher als das dunkle und eingeengte Dasein, das wir früher kannten.

Liebe Leserin und lieber Leser, wenn Sie sich in dieser Welt manchmal fremd fühlen, dürfen Sie daran festhalten: Gott hat Sie in ein neues Leben voller Freiheit und Licht geführt und Sie in eine lebendige Hoffnung hineingeboren.

von Greg Williams


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