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Der Geist der Wahrheit

586 der geist der wahrheitIn der Nacht, in der Jesus verhaftet wurde, sprach Jesus mit seinen Jüngern darüber, dass er sie verlassen, ihnen aber einen Tröster senden würde, der zu ihnen kommen soll. «Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden» (Joh 16,7). «Tröster» ist die Übersetzung des griechischen Wortes «Parakletos». Ursprünglich war es die Bezeichnung für einen Anwalt, der vor Gericht für eine Sache eintrat oder einen Fall vortrug. Dieser Tröster ist der verheissene Heilige Geist, der nach Jesu Himmelfahrt, an Pfingsten, auf ganz neue Weise in die Welt kam. „Wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist» (Joh 16,8-11). Die gottlose Welt liegt in drei Dingen falsch, sagte Jesus: Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Aber der Heilige Geist würde diese Fehler aufdecken.

Das Erste, woran die gottlose Welt falsch liegt, ist die Sünde. Die Welt glaubt, dass Sünder für ihre eigenen Sünden büssen müssen, indem sie gute Werke tun. Es gibt keine Sünde, die Jesus nicht vergeben hat. Aber wenn wir das nicht glauben, werden wir weiterhin die Last der Schuld tragen. Der Geist sagt, dass es bei Sünde um Unglauben geht, der sich darin zeigt, sich zu weigern, an Jesus zu glauben.

Das zweite, woran die Welt falsch liegt, ist die Gerechtigkeit. Sie glaubt, Gerechtigkeit sei menschliche Tugend und Güte. Aber der Heilige Geist sagt, dass es in der…

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Gebet aus Dankbarkeit

646 gebet aus dankbarkeitEs kostet mich manchmal viel Mühe, mich aufzuraffen, um zu beten, besonders jetzt, da wir uns im Lockdown während der Corona-Pandemie befinden und längere Zeit nicht mehr unserer Alltagsroutine nachgehen können. Da fällt es mir sogar schwer, mich zu erinnern, welcher Wochentag denn gerade ist. Was also kann man tun, wenn die Beziehung mit Gott und besonders das Gebetsleben an Trägheit oder – ich gebe es zu – an Lustlosigkeit leidet?

Ich bin kein Experte für Gebete und tatsächlich ist es so, dass es mir oft schwerfällt zu beten. Damit ich überhaupt einen Anfang finde, bete ich oft die ersten Verse wie von diesem Psalm: «Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen» (Ps 103,1-3).

Das hilft mir. Gleich zu Anfang des Psalms stellte sich mir allerdings die Frage: Zu wem spricht David hier eigentlich? Bei einigen Psalmen wendet sich David direkt an Gott, in anderen Fällen wendet er sich an das Volk und gibt Anweisungen, wie es sich gegenüber Gott verhalten soll. Doch hier sagt David: Lobe den Herrn, meine Seele! David führt also ein Selbstgespräch und ermahnt sich selbst, Gott zu loben und zu preisen. Wieso muss er seiner Seele sagen, was zu tun ist? Liegt es daran, dass es ihm an Antriebskraft fehlt? Die meisten Leute glauben, dass Selbstgespräche ein erstes Zeichen für geistige Erkrankungen seien. Nach diesem Psalm betrifft es jedoch eher die geistliche Gesundheit. Manchmal müssen wir uns selbst gut zureden, um uns zum Weitermachen zu motivieren.

Um dies zu erreichen, führt David sich vor Augen, wie…

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