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Worte haben Kraft

419 worte haben kraftIch kann mich an den Namen des Films nicht mehr erinnern. Ich kann die Handlung oder die Namen der Schauspieler nicht mehr erinnern. Aber ich erinnere mich an eine bestimmte Szene. Der Held war einem Kriegsgefangenenlager entkommen, und heiss verfolgt von Soldaten floh er in ein nahegelegenes Dorf.

Als er verzweifelt nach einem Ort suchte, wo er sich verstecken konnte, stürzte er sich schliesslich in ein überfülltes Theater und fand darin einen Platz. Aber bald wurde er gewahr, dass vier oder fünf Gefängniswärter ins Theater eindrangen und anfingen, die Ausgänge abzusperren. Seine Gedanken rasten. Was konnte er tun? Es gab keinen anderen Weg nach draussen und er wusste, er würde leicht erkannt werden, wenn die Besucher das Theater verliessen. Plötzlich kam ihm eine Idee. Es sprang im halbdunklen Theater auf und schrie: „Feuer! Feuer! Feuer!“ Die Menge geriet in Panik und drängte zu den Ausgängen. Der Held ergriff die Gelegenheit, mischte sich unter die drängende Menge und schlüpfte an den Wachen vorbei und entschwand in die Nacht. Ich erinnere mich aus einem wichtigen Grund an diese Szene: Worte haben Kraft. In diesem dramatischen Vorfall bewirkte ein kleines Wort, dass viele Menschen Angst bekamen und um ihr Leben rannten!

Das Buch der Sprüche (18,21) lehrt uns, dass Worte die Macht haben, Leben oder Tod zu bringen. Schlecht gewählte Worte können verletzen, den Enthusiasmus töten und Leute zurückhalten. Gut gewählte Worte können heilen, ermutigen und Hoffnung bieten. Während der dunkelsten Tage des 2. Weltkrieges gaben die geschickt gewählten und grossartig vorgetragenen Worte von Winston Churchill den Menschen Mut und stellten die Ausdauer des belagerten englischen Volkes wieder her. Man sagt, dass er die englische Sprache mobilisierte und sie in den Krieg…

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Gottes Gnade - zu schön, um wahr zu sein?

255 gottes gnade zu schoen um wahr zu seinEs klingt zu schön, um wahr zu sein so beginnt eine bekannte Redensart und man weiss, dass sie eher unwahrscheinlich ist. Wenn es jedoch um Gottes Gnade geht, so ist sie tatsächlich wahr. Trotzdem bestehen manche Menschen darauf, dass Gnade so nicht sein kann und greifen zum Gesetz, um zu meiden, was sie als Lizenz zum Sündigen ansehen. Ihre aufrichtigen, doch fehlgeleiteten Bemühungen sind eine Form des Legalismus, der den Menschen die verändernde Kraft der Gnade raubt, die der Liebe Gottes entspringt und durch den Heiligen Geist in unsere Herzen fliesst (Röm 5,5).

Die gute Nachricht von der Gnade Gottes in Christus Jesus, die personifizierte Gnade Gottes, kam in die Welt und predigte das Evangelium (Lk 20,1), das ist die gute Nachricht von der Gnade Gottes gegenüber Sündern (das betrifft uns alle). Doch die religiösen Führer jener Zeit mochten seine Predigt nicht, da sie alle Sünder auf eine Stufe stellte, sie sich aber als gerechter als andere ansahen. Für sie war Jesu Predigt über die Gnade absolut keine gute Nachricht. Bei einer Begebenheit antwortete Jesus auf ihren Protest: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das heisst: »Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer«. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten, (Mt 9,12-13).

Heute freuen wir uns über das Evangelium – die gute Nachricht über die Gnade Gottes in Christus – in den Tagen Jesu war es jedoch ein grossesÄrgernis für die selbstgerechten, religiösen Amtsträger. Dieselbe Nachricht ist ebenso denen ein Ärgernis, die glauben, sie müssten sich stets noch mehr anstrengen und noch besser verhalten, um sich Gottes Wohlwollen zu verdienen. Sie stellen uns die rhetorische Frage: Wie sollen wir denn sonst die Leute dazu…

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