Jesu Himmelfahrt unsere Hoffnung

HimmelfahrtErinnern Sie sich an das Lied «Up, Up and Away» von The 5th Dimension aus dem Jahr 1967? Darin hiess es: «Möchtest du mitfahren in meinem tollen Heissluftballon? Wir könnten zusammen zwischen den Sternen dahingleiten, du und ich! Denn wir können fliegen». Auf, auf und davon in meinem prächtigen Heissluftballon. Aus solcher Höhe würde die Welt weniger hässlich wirken. Sie sähe schöner aus, als wenn man sie aus der Nähe betrachtet. Das klingt nach einer verlockenden Möglichkeit, allem zu entkommen. Jesu Himmelfahrt war keine Flucht in den Himmel. Sie war kein Versuch, seinen Schwierigkeiten auszuweichen. Jesus wollte uns durch die Sendung des Heiligen Geistes näher zu Gott führen. Er sagte: «Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden» (Johannes 16,7).

In der Woche vor seiner Kreuzigung dachte Jesus Christus fortwährend an uns. Er wusste, dass er getötet werden würde. Zugleich war er gewiss, dass sein Vater seinen Leib aus dem Grab auferwecken würde. Seine Sorge galt weniger seinem eigenen Schicksal als vielmehr den Jüngern, die zurückbleiben würden. Dabei dachte er nicht nur an sie: «Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien» (Johannes 17,20-21). Damit sind wir gemeint, wir, die wir in Zukunft seine Gnade annehmen würden.

Jesus erklärte weiter: «Ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch» (Johannes 14,16-18). Obwohl dies für ihn eine Zeit der Angst war, wollte er seine Nachfolger trösten. Nach seiner Auferstehung meinten die Jünger, Jesus werde weiterhin auf der Erde bleiben. Deshalb fragten sie ihn: «Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?» (Apostelgeschichte 1,6). Noch immer konnten sie Jesu Zusage, einen anderen Anwalt oder Ratgeber zu senden, nicht erfassen.

Jesu Himmelfahrt

Dann kam der Tag, an dem Jesus die Welt verliess: «Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen» (Apostelgeschichte 1,9). Lukas berichtet, dass Jesus beim Aufstieg in den Himmel Worte des Segens und des Trostes sprach: «Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel» (Lukas 24,50-51).

Der Brief des Apostels Paulus an die Epheser gibt Antwort auf die Frage, was geschah und welche Bedeutung die Himmelfahrt für uns besitzt. Der Vater erweckte Jesus von den Toten und setzte ihn zu seiner Rechten im Himmel ein. Paulus hebt hervor, dass auch wir an seiner Auferstehung und Himmelfahrt Anteil haben: «Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner grossen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet –; und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus» (Epheser 2,4-7).

Mit Jesus Christus können wir die Nöte unseres irdischen Lebens überwinden: «Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner grossen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch» (1. Petrus 1,3-4).

Jesus hatte seine Gedanken um unseretwillen vor dem Vater ausgesprochen. Er hätte dies nicht laut sagen müssen, denn er und der Vater sind eins. Er wollte, dass wir sein Gebet kennen: «Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir» (Johannes 17,11). Durch den Glauben sind wir durch Gottes Macht beschützt bis zur Wiederkunft: «Die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit» (1. Petrus 1,5).

Diese Kraft wurde durch die Verheissung des Heiligen Geistes geschenkt. Nach seiner Auferstehung sagte Jesus zu seinen Jüngern: «Und siehe, ich sende auf euch, was mein Vater verheissen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe» (Lukas 24,49).

Liebe Leserin und lieber Leser, derselbe Geist, der den Jüngern Jesu gegeben wurde, wohnt auch in Ihnen. Der Geist Jesu lebt in uns, und er hat uns weder verlassen noch preisgegeben. Durch diesen Geist ist Jesus gegenwärtig, und wir sind auf ewig mit ihm verbunden. Genau das wird uns durch die Ereignisse von Himmelfahrt und Pfingsten sichtbar gemacht.

von James Henderson


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