Christi Licht leuchten lassen

480 christi licht leuchtetDie Schweiz ist ein wunderschönes Land mit Seen, Bergen und Tälern. An manchen Tagen sind die Berge durch einen Nebelschleier verdeckt, der tief in die Täler eindringt. An solchen Tagen hat das Land einen gewissen Reiz, aber seine vollumfängliche Schönheit kann nicht wahrgenommen werden. An anderen Tagen, wenn die Kraft der aufgehenden Sonne den nebelverhangenen Schleier gehoben hat, kann die ganze Landschaft in neuem Licht und aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Jetzt können die schneebedeckten Berge, grünen Täler, tosenden Wasserfälle und smaragdfarbenen Seen in ihrer ganzen Pracht betrachtet werden.

Das erinnert mich an die folgende Bibelstelle: „Aber ihr Sinn wurde verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke über dem alten Bund, wenn daraus gelesen wird; sie wird nicht aufgedeckt, weil sie in Christus abgetan wird. Wenn es aber umkehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan“ (2. Kor 3,14 und 16 LUT).

Paulus wurde sorgfältig von Gamaliël „im Gesetz unserer Väter“ unterwiesen. Paulus erklärt, wie er sich in Bezug auf das Gesetz sieht: „Ich wurde am achten Tag beschnitten, bin aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig“ (Phil 3,5-6 LUT).

Er erklärte den Galatern: „Ich habe diese Botschaft ja auch nicht von einem Menschen empfangen und wurde auch nicht von einem Menschen darin unterwiesen; nein, Jesus Christus selbst hat sie mir offenbart“ (Gal 1,12 GNÜ).

Nun, erleuchtet vom auferstandenen Sohn Gottes, der den Schleier über Paulus entfernte, sah Paulus das Gesetz und die ganze biblische Landschaft in einem neuen Licht und aus einer anderen Perspektive. Jetzt sah er, dass die Empfängnis der beiden Söhne von Abrahams zwei Frauen, Hagar und Sarah, im ersten Buch Mose, eine höhere, sinnbildliche Bedeutung haben, um zu zeigen, dass der alte Bund beendet war und der neue Bund in Kraft gesetzt wurde. Er spricht von zwei Jerusalems. Hagar steht für das Jerusalem des 1. Jahrhunderts, einer Stadt, die von den Römern unterworfen war und unter der Herrschaft des Gesetzes stand. Sara dagegen entspricht dem Jerusalem, das droben ist, sie ist die Mutter der Gnade. Er setzt die Geburt Isaaks mit derjenigen der Christen gleich. Isaak war ein Kind der Verheissung, wie auch jeder Gläubige auf übernatürliche Weise wiedergeboren ist. (Gal 4,21-31). Er sah nun, dass die Verheissungen, die Abraham gegeben wurden, durch den Glauben an Christus ererbt werden. „Mit ihm (Jesus) sagt Gott Ja zu allen seinen Zusagen. Von ihm aufgefordert, sprechen wir darum das Amen zur Ehre Gottes. Gott hat uns zusammen mit euch auf diesen festen Grund gestellt: auf Christus“ (2. Kor 1,20-21 GNB). Trotz seiner früheren Ansichten über das Gesetz sah er jetzt, dass die Schriften (das Gesetz und die Propheten) eine Gerechtigkeit von Gott enthüllten, abgesehen vom Gesetz: „Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben“ (Römer 3,21-22 LUT). Jetzt verstand er, das Evangelium ist die gute Nachricht von Gottes Gnade.

Das Alte Testament ist keineswegs veraltet, aber wie Paulus sollten wir Christen es im Licht des auferstandenen Sohnes Gottes, Jesus Christus, verstehen und interpretieren. Wie Paulus schrieb: „Doch alles, was aufgedeckt wird, ist dann im Licht als das sichtbar, was es wirklich ist. Mehr noch: Alles, was sichtbar geworden ist, gehört damit zum Licht. Deshalb heisst es auch: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten! Dann wird Christus sein Licht über dir leuchten lassen“ (Eph 5,13-14 GNÜ).

Es ist für Sie eine freudige Überraschung, diese neue Sichtweise von Jesus zu erleben. Auf einmal tut sich Ihnen eine erweiterte Perspektive auf, denn Jesus wird Ihnen durch sein Wort und oft auch durch Ihre Mitmenschen einen verborgenen Winkel Ihres Herzens mit erleuchteten Augen erhellen. Dies können persönliche Marotten sein oder Schwierigkeiten, welche das Zusammenleben mit Ihren Nächsten erschweren und gar nicht der Ehre Gottes dienen. Auch hier ist Jesus in der Lage, Ihnen den Schleier wegzuheben. Er möchte, dass Sie sich mit klarem Blick der Realität stellen und das ändern, was Ihre Sicht trübt und Ihre Beziehungen zu Mitmenschen und ihm belastet.

Lassen Sie Christus über Ihnen leuchten und den Schleier durch ihn entfernen. Ihr Leben und die Welt wird durch die Brille Jesus ganz anders aussehen, wie Sie es sich noch nie vorstellen konnten.

Eddie Marsh


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