Die Rettung liegt in Gottes Hand
Ich möchte allen unter uns, die Kinder haben, einige Fragen stellen: War Ihr Kind schon einmal ungehorsam? Haben Sie es deshalb bestraft? Wie lange dauerte diese Strafe? Haben Sie ihm erklärt, dass die Bestrafung niemals enden werde? Eine solche Vorstellung klingt absurd? Obwohl wir unvollkommene Eltern sind, vergeben wir unseren Kindern ihren Ungehorsam. In schwierigen Situationen müssen wir sie vielleicht zurechtweisen oder bestrafen. Eine solche Massnahme dauert jedoch nicht unbegrenzt an. Manche Christen vertreten die Auffassung, dass Gott, unser allmächtiger und souveräner himmlischer Vater, Menschen für alle Ewigkeit bestraft. Nach dieser Überzeugung betrifft dies sogar jene, die noch nie vom Evangelium gehört haben. Gleichzeitig beschreiben sie Gott als vollkommen gütig und barmherzig.
Nehmen wir uns einen Augenblick Zeit und betrachten wir den beträchtlichen Widerspruch zwischen den Lehren Jesu und den Vorstellungen mancher Christen über die ewige Verdammnis. Ein Beispiel dafür finden wir in Jesu Gebot, unsere Feinde zu lieben: «Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen; bittet für die, die euch beleidigen» (Lk 6,27–28).
Umso bedauerlicher ist es, dass einige Christen glauben, Gott verabscheue seine Gegner und bestrafe sie unerbittlich, ohne Gnade und ohne Ende. Jesus betete für die Soldaten und sagte: «Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun» (Lk 23,34).
Einige Christen lehren hingegen, Gott vergebe nur jenen Menschen, die er bereits vor der Erschaffung der Welt dazu vorherbestimmt habe. Wenn Gott ausschliesslich denen vergibt, die er schon vor der Schöpfung dazu bestimmt hat, welchen Sinn hätte dann Jesu Gebet für die Soldaten?
Wir Menschen lieben unsere Kinder. Wie viel grösser muss erst Gottes Liebe zu ihnen sein? Er liebt sie bedingungslos, vollkommen und unendlich mehr, als wir es jemals könnten. Wenn wir Gott um etwas bitten, gibt er uns, was gut für uns ist: «Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!» (Lk 11,11-13).
Diese Wahrheit fasst Johannes in folgenden Worten zusammen: «Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde» (Joh 3,16-17).
Wir dürfen dankbar dafür sein, dass Gott uns an der Verbreitung des Evangeliums beteiligt. Wir können anderen von seiner Liebe erzählen, sie begleiten, für sie beten und ihnen Hoffnung schenken. Ihre Rettung liegt letztlich nicht in unserer, sondern in Gottes Hand. Das gilt für alle Menschen, die Sie lieben und um die Sie sich sorgen. Ebenso gilt es für jene, die Sie nicht kennen, und selbst für Menschen, die nach unserem Eindruck niemals vom Evangelium gehört haben. Gott verliert keinen Menschen aus den Augen. Er weiss, wie er jedem Einzelnen begegnet. Seine Liebe übersteigt unser Verstehen. Deshalb dürfen Sie ihm vertrauen. Die Rettung jedes Menschen ist bei Gott in den besten Händen.
von Joseph Tkach
Weitere Artikel über dieses Thema: