Das Herz Jesu Christi
Das Herz Jesu war ruhig. Die Jünger regten sich auf, weil Tausende mit Nahrung zu versorgen waren, doch Jesus blieb ruhig. Er dankte Gott für das Problem. Die Jünger schrien vor Angst im Sturm, aber Jesus blieb ruhig. Er schlief trotz des Unwetters. Petrus zog das Schwert, um gegen die Soldaten zu kämpfen, doch Jesus blieb gefasst. Er erhob die Hand zum Heilen. Sein Herz war ruhig. Schmollte er und ging heim, als seine Jünger ihn verliessen? Wurde er wütend, als Petrus ihn verleugnete? Schnaubte er Rache, als ihm die Soldaten ins Gesicht spuckten? Weit gefehlt. Er blieb ruhig.
Er vergab ihnen. Er liess sich nicht von Rachsucht leiten. Er liess sich von nichts leiten ausser von seiner hohen Berufung. Er handelte zielbewusst. Die meisten Menschen haben kein bestimmtes Ziel im Leben. Jesus strebte ein einziges Ziel an. Menschen aus der Sünde zu retten. Er konnte sein Leben in einem Satz zusammenfassen: «Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist» (Lk 19,10). Jesus war so sehr auf seine Aufgabe ausgerichtet, dass er wusste, wann er zu sagen hatte: «Meine Stunde ist noch nicht gekommen» (Joh 2,4). und wann er sagen konnte: «Es ist vollbracht» (Joh 19,30). Aber er war nicht so sehr auf seine Aufgabe ausgerichtet, dass er unfreundlich wurde.
Ganz im Gegenteil. Wie freundlich waren seine Gedanken! Kinder konnten Jesus nicht widerstehen. Er konnte Schönheit in Lilien, Freude am Gottesdienst und Möglichkeiten bei Problemen entdecken. Er konnte ganze Tage mit Scharen kranker Menschen verbringen und immer noch Mitleid mit ihnen empfinden. Drei Jahrzehnte lang watete er durch den Sumpf und Morast unserer Sünde und sah noch genug Schönheit in uns, um für unsere Fehler zu sterben.
Doch das krönende Merkmal Jesu war Folgendes: Sein Herz war geistlich. Seine Gedanken waren von der innigen Beziehung zum Vater geprägt: «Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir», erklärte er (Joh 14,11). Seine erste aufgezeichnete Predigt beginnt mit den Worten: «Der Geist des Herrn ist auf mir» (Lk 4,18). Jesus wurde vom Geist geführt (Mt 4,1). und war «voll Heiligen Geistes» (Lk 4,1). Aus der Wüste kam er «in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa» (Lk 4,14).
Jesus holte sich seine Anweisungen von Gott. Es war seine Gewohnheit, in den Gottesdienst zu gehen (Lk 4,16). Er lernte Bibelstellen auswendig (Lk 4,4). Lukas schreibt: «Er (Jesus) aber entwich in die Einöde und betete» (Lk 5,16). Er wurde von seinen Gebetszeiten geleitet. Einmal kam er vom Gebet zurück und kündigte an, dass es Zeit sei, in eine andere Stadt zu ziehen (Mk 1,38).
Eine andere Gebetszeit führte zur Berufung der Jünger (Lk 6,12-13). Jesus wurde von einer unsichtbaren Hand geleitet. «Denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn» (Joh 5,19). Im selben Kapitel sagte Jesus: «Ich kann nichts von mir selbst tun; so wie ich höre, richte ich» (Joh 5,30). Das Herz Jesu war geistlich.
von Max Lucado
Dieser Text wurde aus dem Buch «Wenn Gott dein Leben verändert» von Max Lucado entnommen, das von dem Verlag SCM Hänssler ©2013 herausgegeben wurde. Max Lucado ist langjähriger Pastor der «Oak Hills Church» in San Antonio, Texas. Verwendung mit Genehmigung.
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