Jesus ist unser Mittler

718 jesus ist unser mittlerZu Beginn dieser Predigt steht die Notwendigkeit zu verstehen, dass alle Menschen seit Adams Zeiten Sünder sind. Um vollständig aus Sünde und Tod befreit zu werden, brauchen wir einen Mittler, der uns aus Sünde und Tod erlöst. Jesus ist unser vollkommener Mittler, denn er hat uns durch seinen Opfertod vom Tod befreit. Er hat uns durch seine Auferstehung neues Leben geschenkt und mit dem himmlischen Vater versöhnt. Wer Jesus als seinen persönlichen Mittler zum Vater anerkennt und ihn als Retter durch seine Taufe annimmt, wird reich beschenkt, mit einem vom Heiligen Geist gezeugten neuen Leben. Das Eingeständnis seiner völligen Abhängigkeit von seinem Mittler Jesus, lässt den Täufling in einer innigen Beziehung mit ihm leben, wachsen und viel Frucht bringen. Mit diesem Mittler, Jesus Christus, uns vertraut zu machen, ist das Ziel dieser Botschaft.

Das Geschenk der Freiheit

Saulus war ein gut ausgebildeter und gesetzestreuer Pharisäer. Jesus hat konsequent und geradeheraus die Lehrmeinungen der Pharisäer an den Pranger gestellt:

«Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde Führer!» (Matthäus 23,15).

Jesus hat Saulus vom hohen Pferd der Selbstgerechtigkeit heruntergeholt und von allen seinen Sünden befreit. Er ist jetzt der Apostel Paulus und kämpfte nach seiner Bekehrung durch Jesus mit Eifer und unnachgiebig gegen jede Form der Gesetzlichkeit.

Was ist Gesetzlichkeit? Gesetzlichkeit stellt Tradition über Gottes Gesetz und über menschliche Bedürfnisse. Gesetzlichkeit ist eine Art Sklaverei, die die Pharisäer hochgehalten haben, obwohl sie wie alle Menschen am vollkommenen Gesetz Gottes schuldig geworden sind. Wir werden durch den Glauben, das ist ein Geschenk Gottes, durch Jesus und nicht durch unsere Werke errettet.

Gesetzlichkeit ist der Feind von deiner Identität und der Freiheit in Christus. Die Galater und alle, die Jesus als ihren Retter angenommen haben, wurden durch Christus, dem grossen Befreier und Mittler aus der Knechtschaft der Sünde befreit. Die Galater hatten ihre Versklavung abgelegt, deshalb forderte Paulus sie vehement und kompromisslos auf, in dieser Freiheit unerschütterlich festzustehen. Die Galater wurden aus der Knechtschaft des Heidentums erlöst und standen in der lebensbedrohlichen Gefahr, sich unter die Knechtschaft des mosaischen Gesetzes zu begeben, wie es im Brief an die Galater geschrieben steht:

«Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!» (Galater 5,1).

Wie tragisch die Situation war, lässt sich an der Deutlichkeit der Worte von Paulus erkennen, die er zu Beginn des Briefes aussprach:

«Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem anderen Evangelium, obwohl es doch kein andres gibt. Es gibt nur einige, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren. Aber selbst, wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht» (Galater 1,6-9).

Paulus geht es in seiner Botschaft um die Gnade, das Heil und das ewige Leben, die im Gegensatz zur Gesetzlichkeit steht. Es geht ihm entweder um Versklavung unter die Sünde - oder um die Freiheit in Christus. Es ist verständlich, dass auch ich nicht von einer Grauzone, einem hin- und herreissenden Mittelweg oder einer aufgeschobenen Entscheidung mit fataler Auswirkung sprechen kann, wenn es um Leben – oder Tod geht. Zusammengefasst heisst das im Römerbrief:

«Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn» (Römer 6,23 SLT).

Gesetzlichkeit lässt den Menschen immer noch daran glauben, dass er durch das Halten von allerlei Anordnungen und Regeln, die er sich selbst verordnet, Gottes Vorstellung gerecht werden könne. Oder er nimmt die 613 Gebote und Verbote, welche der pharisäischen Auslegung des Gesetzes entsprechen und glaubt allen Ernstes, dadurch von Gott akzeptiert und angenommen zu werden, wenn er sie halten könnte. Wir sind auch nicht Menschen, welche sich davon einige Gebote herauspicken und glauben, dadurch von Gott als noch gerechter und gesegneter zu gelten.

Wir brauchen einen Mittler

Während meiner Lebenszeit durfte ich durch den Geist Gottes folgende Punkte erkennen oder mich daran zurückerinnern, was für mein neues Leben in Christus von entscheidender Wichtigkeit ist:

«Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft. Das Andre ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot grösser als diese» (Markus 12,29).

Das Gesetz Gottes fordert die vollkommene Liebe zu Gott, zum Nächsten und sich selbst. Wenn du keine göttliche Liebe zu dir hast, wie möchtest du dann behaupten, du vermögest sie gegenüber Gott und deinen Nächsten zu haben:

«Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig» (Jakobus 2,10).

Es ist ein tödlicher Irrtum zu glauben, dass ich ohne den Mittler Jesus vor Gott bestehen kann, denn es steht geschrieben:

«Da ist keiner, der gerecht ist auch nicht einer» (Römer 3,10).

Jemand, der gesetzlich ist, klammert sich an das Gesetz auf Kosten der Gnade. Paulus sagt, dass so jemand noch unter dem Fluch des Gesetzes lebe. Oder korrekt ausgedrückt in dem Begriff ist, im Tod zu verharren, oder geistig zu sterben, um tot zu bleiben und den reichen Segen der Gnade Gottes unnötig zu verpassen. Die Kehrseite nach der Taufe ist: In Christus zu leben.

«Die anderen dagegen, die durch Erfüllung des Gesetzes vor Gott als gerecht bestehen wollen, leben unter einem Fluch. Denn es heisst in den Heiligen Schriften: Fluch über jeden, der nicht alle Bestimmungen im Buch des Gesetzes genau befolgt. Es ist offenkundig: Wo das Gesetz regiert, kann niemand vor Gott als gerecht bestehen. Denn es heisst ja auch: Wer durch Glauben vor Gott als gerecht gilt, wird leben. Beim Gesetz jedoch geht es nicht um Glauben und Vertrauen; vom Gesetz gilt: Wer seine Vorschriften befolgt, wird dadurch leben. Christus hat uns von dem Fluch losgekauft, unter den uns das Gesetz gestellt hatte. Denn er hat an unserer Stelle den Fluch auf sich genommen. Es heisst ja in den Heiligen Schriften: Wer am Holz hängt, ist von Gott verflucht. So sollte durch Jesus Christus der Segen, der Abraham zugesagt wurde, zu allen Völkern kommen, damit wir alle durch vertrauenden Glauben den Geist erhalten, den Gott versprochen hat» (Galater 3,10-14 Gute Nachricht Bibel).

Ich wiederhole und betone, Jesus ist unser Mittler. Er vermittelt uns durch Gnade ewiges Leben. Gesetzlichkeit ist ein Kennzeichen des menschlichen Bedürfnisses nach Sicherheit. Freude, Sicherheit und Heilsgewissheit beruhen dann nicht «in Christus» allein. Sie beruhen dann auf einer scheinbar korrekten, aber trotzdem falschen Kirchenanordnung, der richtigen Bibelübersetzung und der scheinbar genau richtigen Ausdrucksweise unserer persönlichen Auswahl und Vorstellung von Bibelkundigen und Kirchenverantwortlichen, dem richtigen Zeitpunkt des Gottesdienstes, dem richtigen Verhalten nach menschlichem Ermessen und Benehmen. Aber, und das ist der springende Punkt, nicht auf Jesus Christus allein!

Paulus warnt uns, auf dem Gebiet des Gesetzes, zum Beispiel wegen Essen und Trinken, wegen einem bestimmten Feiertag, des Neumondes oder Sabbats von niemandem etwas vorschreiben zu lassen.

«Das alles ist nur ein Schatten der kommenden neuen Welt; doch die Wirklichkeit ist Christus, und diese (Wirklichkeit, die neue Welt) ist schon zugänglich in seinem Leib, der Gemeinde» (Kolosser 2,17 Gute Nachricht Bibel).

Lasst uns das richtig verstehen. Sie sind frei, auf welche Weise Sie Gott ehren willen, was Sie tun, nicht essen oder an welchem Tag Sie mit Geschwistern und anderen Leuten zusammenkommen möchten, um Gott zu ehren und ihn anzubeten.

Paulus macht uns auf etwas Wichtiges aufmerksam:

«Trotzdem solltet ihr darauf achten, dass ihr mit der Freiheit, die ihr zu haben glaubt, dem nicht schadet, dessen Glaube noch schwach ist» (1. Korinther 8,9 Hoffnung für Alle).

Gott will nicht, dass wir unsere Freiheit missbrauchen oder so ausleben, dass unsere Mitmenschen sich vor den Kopf gestossen fühlen. Er möchte auch nicht, dass sie sich dadurch in ihrem Glauben verunsichert fühlen und sogar den Glauben an Jesus verlieren könnten. Gnade gibt Ihnen die Freiheit zu geniessen, wer Sie in Christus sind. Gottes Liebe hat auch deinen Willen umschlossen, um das zu tun, was er von dir erwartet oder verlangt.

Frei von Verurteilung

Das Evangelium ist die Botschaft von einer atemberaubenden Freiheit. Selbst wenn du hinfällst, kann der Böse, das ist der Teufel dich nicht verurteilen. So wie alle deine Versuche, ein heiliges Leben zu führen, dich früher nicht aus dem ersten Adam rücken konnten, denn du bliebst ein Sünder, so können deine sündigen Taten dich jetzt nicht «aus Christus» herausreissen. Du bleibst in Gottes Augen gerecht, denn Jesus ist deine Gerechtigkeit – und das wird sich nie ändern.

«Also gibt es jetzt für die, die zu Christus Jesus gehören, keine Verurteilung mehr. Martin Luther sagt es so: «So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.» Denn die Macht des Geistes, der Leben gibt, hat dich durch Christus Jesus von der Macht der Sünde befreit, die zum Tod führt» (Römer 8,1-4 Neues Leben Bibel).

Das Gesetz konnte uns nicht retten, weil unsere menschliche Natur ihm widerstand. Deshalb sandte Gott seinen Sohn zu uns. Er kam in menschlicher Gestalt wie wir, aber ohne Sünde. Gott zerstörte die Herrschaft der Sünde über uns, indem er seinen Sohn stellvertretend für unsere Schuld verurteilte. Das tat er, damit die gerechten Forderungen des Gesetzes durch uns erfüllt würden und wir uns nicht länger von unserer menschlichen Natur, sondern vom Geist Gottes leiten lassen.

Sie können unmöglich verurteilt und verdammt und gleichzeitig freigesprochen werden. Wenn der Richter verkündet, dass Sie nicht schuldig sind, gibt es keine Verurteilung, keine Verdammung. Wer in Christus ist, wird nicht mehr verurteilt und verdammt. Dass Sie in Christus sind, ist endgültig. Sie sind ein freier Mensch geworden. Ein Mensch, gezeugt und geschaffen durch Gott selbst, so wie es sich Gott vorgestellt hatte, eins zu sein mit ihm.

Hören Sie immer noch Anklagen gegen Sie selbst? Ihr eigenes Gewissen klagt Sie an, der Teufel tut alles in seiner Macht, um Sie glauben zu lassen, dass Sie ein grosser Sünder sind und bleiben. Er verklagt und verurteilt Sie, ohne ein Recht dazu zu haben. Und es gibt zusätzlich Menschen in Ihrem Umfeld, die über Sie, Ihre Äusserungen und Handlungen urteilen, vielleicht sogar verurteilen. Dies soll Sie nicht verunsichern. Dies hat keinen Einfluss auf Sie, wenn Sie Gottes Eigentum sind. Das Urteil Gottes über die Sünde hat er auf Jesus gelegt, er hat für Sie und Ihre Schuld gebüsst und mit seinem Blut alle Kosten bezahlt. Durch den Glauben an ihn, das ist ein Geschenk Gottes, sind Sie von Sünde und Tod freigesprochen und gerechtfertigt. Sie sind frei, vollkommen frei, um Gott zu dienen.

Unser Mittler, Jesus Christus

Da Jesus der Mittler zwischen Gott und den Menschen ist, ist es angebracht, seine Stellung als Gottmensch zu beschreiben und ihm allein zu vertrauen. Paulus sagt uns

«Was können wir jetzt noch sagen, nachdem wir uns das alles vor Augen gehalten haben? Gott ist für uns; wer kann uns da noch etwas anhaben? Er hat ja nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle hergegeben. Wird uns dann zusammen mit seinem Sohn, (unserem Mittler) nicht auch alles andere geschenkt werden? Wer wird es noch wagen, Anklage gegen die zu erheben, die Gott erwählt hat? Gott selbst erklärt sie ja für gerecht. Ist da noch jemand, der sie verurteilen könnte? Jesus Christus ist doch für sie gestorben, mehr noch: Er ist auferweckt worden, und er sitzt an Gottes rechter Seite und tritt für uns ein. Was kann uns da noch von Christus und seiner Liebe trennen? Not? Angst? Verfolgung? Hunger? Entbehrungen? Lebensgefahr? Das Schwert des Henkers? Mit all dem müssen wir rechnen, denn es heisst in der Schrift: Deinetwegen sind wir ständig vom Tod bedroht; man behandelt uns wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind. Und doch: In all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns so sehr geliebt hat. Ja, ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch unsichtbare Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch gottfeindliche Kräfte, weder Hohes noch Tiefes, noch sonst irgendetwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann, die uns geschenkt ist in Jesus Christus, unserem Herrn» (Römer 8,31-39 Neue Genfer Übersetzung).

Ich stelle die Frage: An wen sind diese Worte gerichtet? Ist jemand ausgeschlossen?

«Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle, als sein Zeugnis zur rechten Zeit. Dazu bin ich eingesetzt als Prediger und Apostel – ich sage die Wahrheit und lüge nicht –, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit» (1.Timotheus 2,3-7).

Diese Verse sind an alle Menschen gerichtet, auch an Sie lieber Leser. Keiner ist ausgeschlossen, weil Gott bedingungslos alle Menschen liebt. Ob Sie aus einem Stamm des Volkes Israel herstammen oder aus den Heiden, macht keinen Unterschied. Ob Sie Ihr Leben schon Gott überantwortet haben, oder vor der Entscheidung stehen, dies mit der Taufe zu bestätigen, macht grundsätzlich keinen Unterschied, denn Gott liebt uns alle. Er möchte nichts mehr, als dass jeder Mensch auf die Stimme seines geliebten Sohnes Jesus hört und das tut, was er ihm oder ihr persönlich sagt. Er schenkt uns den Glauben, ihm als unserm Mittler zu vertrauen.

Von vielen Menschen wird die Zeit seit der Himmelfahrt Jesu als die Endzeit bezeichnet. Was auch geschehen mag in unserer stürmischen Zeit, wir sind dankbar zu wissen und immer wieder neu zu glauben bereit, dass Jesus, als unser Mittler uns nie verlässt, in uns bleibt und uns zum ewigen Leben in seinem Reich führt.

von Toni Püntener