Müll und Schatz

SchatzKennen Sie die Redewendung: Der Müll des einen ist der Schatz des anderen. Als Münzsammler hatte ich das Glück, ein paar Münzen zu entdecken, die jemand weggeworfen hatte, weil er ihren Wert nicht kannte. Es gibt zahlreiche Berichte von Menschen, die bei einem Flohmarkt etwas kauften, das sich später als überraschend kostbar herausstellte. Jesus erzählt einer Gruppe von Hohenpriestern und jüdischen Ältesten das Gleichnis von einem Grundbesitzer, der seinen Weinberg verpachtete und verreiste. Der Besitzer schickte zur Erntezeit seine Boten, um den Ertrag einzufordern. Aber die Pächter misshandelten und töteten sie. Selbst als er weitere Boten sandte, gingen sie genauso mit ihnen um. Am Ende schickte er seinen Sohn. Auch ihn wollten sie nicht anerkennen. Sie töteten ihn, um den Weinberg für sich zu behalten. Jesus fragte diese religiösen Führer: «Wenn nun der Herr des Weinbergs kommen wird, was wird er mit diesen Weingärtnern tun? Sie sprachen zu ihm: Er wird den Bösen ein böses Ende bereiten und seinen Weinberg andern Weingärtnern verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit geben» (Mt 21,40-41).

Jesus sprach zu ihnen: «Habt ihr nie gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen, und er ist ein Wunder vor unsern Augen? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt» (Mt 21,42-43).

Mit Abraham begann Gott, einigen Menschen die Möglichkeit zu geben, damit er durch sie anderen seine wahre Natur als liebender Vater zeigen konnte. Später erwählte Gott die Nation Israel und erklärte ihnen, dass sie als Priesterschaft und heilige Nation ausgesondert wurden. Wir kennen den Verlauf der Geschichte. Ihre Auflehnung und ihr Widerstand gegen Gott mündeten schliesslich in die Ablehnung und Kreuzigung des Sohnes Gottes.

Jesus zeigt mit diesem Gleichnis die Geschichte Gottes mit Israel und Juda. Gott sandte immer wieder Propheten, um sein Volk zur Umkehr zu rufen, und viele von ihnen wurden misshandelt und getötet. Den religiösen Führern war diese Vergangenheit bestens bekannt. Gleichzeitig machte Jesus deutlich, dass auch er verworfen und umgebracht werden würde, obwohl Gott ihn gesandt hatte, um sein Volk zu retten. Genau das erfüllte sich kurz darauf.

Was die einen achtlos wegwerfen, erweist sich als kostbarer Schatz. Genau das macht Jesus in diesem Gleichnis sichtbar. Die religiösen Führer warfen den Sohn Gottes weg, als wäre er ohne Wert. Jesus ist der Eckstein, den Gott zum Fundament seines Reiches gemacht hat. Darum stellt sich die entscheidende Frage: Erkennen wir den wahren Wert Jesu, oder übersehen wir ihn wie eine weggeworfene Münze? Wer ihn annimmt, empfängt nicht nur Gottes Gnade, sondern wird auch Teil seines Wirkens und bringt Frucht, die bleibt.

von Greg Williams


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