Johannes der Täufer
Wer ist Ihrer Meinung nach der bemerkenswerteste Mensch, der je gelebt hat? Viele Christinnen und Christen würden ohne Zögern Jesus Christus nennen, weil er der Mittelpunkt ihres Glaubens ist. Umso erstaunlicher ist es, dass Jesus einen anderen Menschen ausdrücklich als den Grössten unter allen bezeichnet hat. Zu seinen Jüngern sagte er: «Ich sage euch, dass unter denen, die von einer Frau geboren sind, keiner grösser ist als Johannes; der aber der Kleinste ist im Reich Gottes, ist grösser als er» (Lukas 7,28).
Johannes der Täufer genoss zu seiner Zeit grosse Bekanntheit. Menschen aus Jerusalem und der ganzen Region Judäa machten sich auf den Weg zu ihm, um seine eindringlichen Predigten zu hören. Er war kein gewöhnlicher Mensch, sondern eine markante Erscheinung, die auffiel und Fragen auslöste. Die Bibel beschreibt sein Äusseres sehr anschaulich: «Und Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden und ass Heuschrecken und wilden Honig» (Markus 1,6).
Vielleicht haben Sie den Satz schon gehört: Es geht nicht um mich. Auf Johannes traf das in besonderer Weise zu. Seine ganze Botschaft war auf das Kommen eines anderen ausgerichtet, der nach ihm auftreten sollte. Sein Ziel war, Menschen auf diesen kommenden Retter vorzubereiten: «Dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden zu ihm sandten aus Jerusalem Priester und Leviten, dass sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus» (Johannes 1,19-20).
Taufe
Um die Menschen auf das Kommen Christi vorzubereiten, rief Johannes sie zur Taufe der Busse (Reue) und zur Vergebung der Sünden auf. Die Taufe war keine Erfindung des Johannes und auch kein rein israelitischer Brauch. Seit alten Zeiten steht sie als bekanntes Symbol für einen Neuanfang, ein äusseres Zeichen für eine geistliche Wiedergeburt. Wer sich von Johannes taufen liess, gab damit offen zu, dass sein Leben der Vergebung und Erneuerung bedurfte. Diese Menschen erkannten ihre Sündhaftigkeit und gestanden ihre Schuld vor Gott ein.
Weil Gott uns offenbart, dass er uns liebt, dürfen wir in Christus ohne Angst unsere Schuld, selbst die schwerste Last unserer dunkelsten Sünden und Ängste anvertrauen. Im ehrlichen Bekenntnis unserer Sündhaftigkeit wird uns bewusst, wie sehr wir auf Gottes Erbarmen angewiesen sind: «Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz» (Kolosser 1,19–20).
Der Sohn Gottes nahm das Menschsein auf sich. In seinem vollkommenen, gehorsamen Opfer der Liebe versöhnte er die Menschheit mit Gott. Am Kreuz nahm er alles auf sich, was uns von Gott trennt. Jesus öffnete den Weg in eine erneuerte Beziehung zu unserem Schöpfer und Vater.
Wenn wir unsere Rebellion gegen Gott loslassen und uns bewusst seinem treuen Willen anvertrauen, leben wir aus seiner Gnade. Wir verlassen uns nicht mehr auf unsere eigene Leistung, sondern auf das, was Christus für uns getan hat: «Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden» (2. Korinther 5,17).
Wer in Christus eine neue Schöpfung ist, muss sich nicht mehr über eigene Leistung definieren. Unser altes Leben ist vergangen, alles ist neu geworden. Gott sei Dank, es geht wirklich nicht um mich. Im Mittelpunkt steht allein Jesus Christus, der um unsertwillen Mensch wurde, der Fleisch gewordene Sohn Gottes. Er ist derjenige, der uns von allen dunklen Sünden befreit, unsere Zukunft in seine Hand nimmt und uns tiefen Frieden und bleibende Ruhe schenkt.
von J. Michael Feazell