Auf der Suche nach innerem Frieden

494 auf der suche nach innerem friedenIch muss zugeben, dass es mir manchmal schwerf√§llt, Frieden zu finden. Ich spreche jetzt nicht √ľber den ‚ÄěFrieden, der weit √ľber alles Verstehen hinausreicht‚Äú (Phil 4,7 NG√ú). Wenn ich an einen solchen Frieden denke, so stelle ich mir ein Kind vor, das Gott mitten im tobenden Sturm beruhigt. Ich denke an schwere Pr√ľfungen, in denen die Glaubensmuskeln bis zu dem Punkt trainiert werden, bei dem die Endorphine (k√∂rpereigene Gl√ľckshormone) des ‚ÄěFriedens‚Äú mit ihrer Wirkung einsetzen. Ich denke an Krisen, die unsere Sichtweise ver√§ndern und uns dazu zwingen, die wichtigsten Dinge im Leben neu zu bewerten und daf√ľr dankbar zu sein. Wenn solche Ereignisse geschehen, weiss ich, dass ich keine Kontrolle dar√ľber habe, wie sie ausgehen. Obwohl sie das Innerste aufw√ľhlen, ist es einfach besser, solche Dinge Gott zu √ľber lassen.

Ich spreche hier √ľber den ‚Äěallt√§glichen‚Äú Frieden, den manche vielleicht als Seelenfrieden oder inneren Frieden bezeichnen. Wie der ber√ľhmte Philosoph Anonymus einmal sagte: ‚ÄěEs sind nicht die Berge vor dir, die dir zu schaffen machen. Es ist das Sandkorn in deinem Schuh‚Äú. Hier sind einige meiner Sandk√∂rner: beunruhigende Gedanken, die mich √ľberw√§ltigen, mein Besorgt sein, ohne einen Grund daf√ľr zu haben, das Schlimmste statt das Beste von anderen zu denken, eine M√ľcke zum Elefanten zu machen; meine Orientierung verlieren, ich rege mich auf, weil mir etwas nicht passt. Ich m√∂chte Leuten einen Hieb versetzen, die r√ľcksichtslos, taktlos oder nervig sind.

Innerer Friede wird als Ruhe der Ordnung (Augustinus: tranquillitas ordinis) beschrieben. Wenn das wahr ist, kann es keinen Frieden geben, wo es keine gesellschaftliche Ordnung gibt. Leider fehlt es uns oft im Leben an Ordnung. Gew√∂hnlich ist das Leben chaotisch, beschwerlich und stressig. Manche suchen nach Frieden und ufern aus, indem sie trinken, Drogen nehmen, Geld anh√§ufen, Dinge kaufen oder essen. Es gibt viele Bereiche meines Lebens, √ľber die ich keine Kontrolle habe. Indem ich jedoch versuche, einige der folgenden √úbungen in meinem Leben anzuwenden, kann ich etwas von dem inneren Frieden erlangen, auch da, wo es mir sonst an Kontrolle mangelt.

  • Ich k√ľmmere mich um meine eigenen Angelegenheiten.
  • Ich vergebe anderen und mir selbst.
  • Ich vergesse die Vergangenheit und gehe weiter!
  • Ich √ľberfordere mich nicht. Ich lerne ‚ÄěNein!‚Äú zu sagen.
  • Ich freue mich f√ľr andere. Neide ihnen nichts.
  • Ich akzeptiere, was nicht ge√§ndert werden kann.
  • Ich lerne geduldig und/oder tolerant zu sein.
  • Ich schaue auf meine Segnungen und bin dankbar.
  • Ich w√§hle Freunde weise aus und halte mich von negativen Menschen fern.
  • Ich nehme nicht alles pers√∂nlich.
  • Ich vereinfache mein Leben. Ich beseitige Unordnung.
  • Ich lerne zu lachen.
  • Ich gestalte mein Leben langsamer. Ich finde eine stille Zeit.
  • Ich tue etwas Nettes f√ľr jemand anderen.
  • Ich √ľberlege, bevor ich spreche.

Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Es wird wahrscheinlich so sein, dass wenn ich unter Stress das oben Genannte nicht tue, ich dann niemanden anderen habe, dem ich die Schuld geben kann, ausser mir selbst. Oft bin ich ver√§rgert √ľber andere, wo ich doch selbst derjenige bin, der das Problem h√§tte vermeiden und zu einer guten L√∂sung f√ľhren k√∂nnen.

Ich bedenke: Letztendlich kommt jeder Frieden von Gott ‚Äď der Friede, der weit √ľber alles Verstehen hinausreicht und der innere Frieden. Ohne eine Beziehung zu Gott werden wir niemals wahren Frieden finden. Gott gibt seinen Frieden denen, die ihm vertrauen (Joh14,27) und die sich auf ihn verlassen (Jes 26,3), so dass sie sich um nichts Sorgen machen m√ľssen (Phil 4,6). Bis wir mit Gott vereint sind, suchen Menschen vergeblich nach Frieden (Jer6,14).

Ich sehe schon, ich sollte mehr auf Gottes Stimme h√∂ren und mich weniger aufregen ‚Äď und mich ganz weit von r√ľcksichtslosen, taktlosen oder nervenden Menschen fernhalten.

Ein Gedanke zum Schluss

Wer Sie in √Ąrger versetzt, kontrolliert Sie. Lassen Sie nicht zu, dass andere Ihren inneren Frieden stehlen. Leben Sie im Frieden Gottes.

von Barbara Dahlgren


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