Christus: Der Schlüssel zum Gesetz

SchlüsselHaben Sie sich schon einmal gefragt, wie viele Gebote im Alten Testament aufgeführt sind? Die weithin anerkannte Antwort findet sich in der jüdischen Auflistung der «Mitzwot», der umfassendsten Zusammenstellung des mosaischen Gesetzes: Es sind sechshundertdreizehn Gebote und Verbote. Die Anordnungen reichen von den Zehn Geboten bis zu konkreten Bestimmungen, welche Insekten erlaubt sind zu essen. War dieses umfangreiche Regelwerk wirklich nötig? Ob jemand Kleidung aus Leinen und Baumwolle trägt, bestimmt natürlich nicht seine Errettung. Gott verfolgte mit diesen Anweisungen dennoch einen klaren Zweck. Paulus erklärt dies deutlich: «Aber in der Schrift heisst es, dass wir alle Gefangene der Sünde sind, sodass wir Gottes Verheissung nur empfangen können, indem wir an Jesus Christus glauben. Bevor uns der Glaube an Christus als Weg gezeigt wurde, wie wir vor Gott gerecht werden können, wurden wir vom Gesetz bewacht und beschützt, bis Gott den Weg des Glaubens offenbarte» (Galater 3,22-23 Neues Leben Bibel).

Die Anordnungen beschrieben bis ins Detail, wie Israel aus Vertrauen auf Gottes Zusagen handeln sollte. Als Pharisäer widmete Paulus sein ganzes Leben der Tora. Er lernte die Gebote auswendig, erörterte sie mit anderen und mühte sich, jede Einzelheit genau zu beachten. Für ihn legte das Gesetz die Bedingungen fest, unter denen Menschen sich Gottes Treue, seine Vergebung und seine Liebe verdienen könnten. Aus eigener schmerzlicher Erfahrung wusste er, wie sehr man innerlich gefangen genommen werden kann, wenn man versucht, Gottes Anerkennung durch das gewissenhafte Befolgen von Vorschriften zu erwerben.

Die Gebote, die Israel erhielt, waren nie als Vertrag gedacht, mit dem man sich Gottes Segen verdienen könnte. Gott ist aus sich selbst heraus ein Gott des Segens. Menschen neigen dazu, das Gesetz aus Unglauben zu verdrehen. Er ist dennoch in der Lage, selbst dieses Fehlverhalten zu verwenden, um Menschen zu sich zu ziehen. Er führt sie dahin, dass sie seiner treuen Erfüllung seiner Verheissungen vertrauen. Durch diese Zusagen führt er ihre Rettung in Jesus Christus herauf.

Jesus Christus ist der Einzige, der Gott vollkommen, frei und mit Freude gehorcht hat. Er tat dies als Mensch, weil er dem Bund der Liebe und Treue seines himmlischen Vaters im Wirken des Heiligen Geistes völlig vertraute. Als einer von uns, als wahrer Mensch, stützte er sich ganz auf die Verheissungen Gottes. Jesus handelte so zu unseren Gunsten und an unserer Stelle. Sein Ziel war, durch den Geist alles mit uns zu teilen, was er für uns vollbracht hat. Als unser grosser Hoherpriester blieb er im Vertrauen gehorsam bis in den Tod. So können wir Anteil an seiner verwandelten menschlichen Natur und an seinem erneuerten Geist erhalten. Im Hebräerbrief lesen wir: «Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde» (Hebräer 4,15).

Dadurch, dass Christus als Mensch ohne Sünde lebte, erfüllte er das Gesetz in seiner ganzen Fülle, also alle 613 Gebote. Damit erfüllte er auch die Bundeszusagen Gottes, die bis in unsere Herzen und Gedanken und in unsere gefallene Natur hineinreichen. Was Christus für uns getan hat, eröffnet die Möglichkeit, dass wir im Heiligen Geist aus Gnade leben. Wir dürfen im Vertrauen auf sein Erlösungswerk am Kreuz leben. Unser Gehorsam gegenüber Gottes Wort kann nun aus dem Vertrauen wachsen, dass er seine Bundesverheissungen zuverlässig erfüllt. In der unendlichen Weisheit unseres dreieinigen Gottes ist das Werk Jesu Christi der Schlüssel, der die ganze Menschheit aufschliesst. So können wir in Ewigkeit in der Freiheit des Glaubensgehorsams leben.

von Greg Williams


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