Wo Zeit und Ewigkeit sich treffen

EwigkeitMein Vater pflegte zu sagen, die Zeit gehe so schnell dahin, dass es den Anschein hat, jeder zweite Tag sei Donnerstag. Wenn die Zeit so rasch zerrinnt, verschmelzen die Sekunden, Minuten und Stunden unseres Lebens miteinander. Jakobus hatte recht: «Was ist euer Leben? Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet» (Jakobus 4,14).

Der Autor Mark Buchanan schlägt vor, dass wir erkennen, wo Zeit und Ewigkeit sich berühren. Wir sollten darauf achten, wie Gott dem Geheimnis eines jeden Moments innewohnt, mag er auch noch so schnell dahineilen. Oft entgeht uns das, weil wir im Hamsterrad des Alltags gefangen sind. Wie ist es möglich, dass Gott in jeder Lage unseres Lebens präsent ist und in uns wohnt? Ich bin ein grosser Star-Trek-Fan und habe alle Folgen gesehen. In «Insurrection» (dt. der Aufstand) lernt eine Bewohnerin des Planeten Ba’ku namens Anij Captain Jean-Luc Picard, einen einzigen Moment bewusst festzuhalten. Sie lässt den Zeitpunkt langsamer erscheinen, sodass man das Flügelschlagen eines Kolibris beobachten kann, der über einer Blume schwebt. Später, als Anijs Leben bedroht ist, gelingt es den beiden, diesen besonderen Augenblick noch einmal zu erleben, sodass die Zeit für sie beinahe stillzustehen scheint, bis Hilfe eintrifft.

Etwas Ähnliches habe ich erlebt, als ich mit meinen Kindern in einem Park war. Wir waren mit einer guten Freundin unterwegs, die Kinder spielten und lachten. Es war ein wunderschöner Tag, herrliches Wetter, alle waren glücklich und zufrieden. Während ich ihnen zusah, wurde mir bewusst, dass dies einer jener vollkommenen Momente war, die sich nie wiederholen würden. Ich speicherte ihn in meinem Innern, nahm jedes Detail bewusst wahr. Heute noch, viele Jahre später, kann ich mir dieses Bild klar vor Augen rufen.

Auch wenn wir die Zeit nicht verlangsamen können, können wir innehalten, um das Geheimnis Gottes immer wieder neu zu entdecken. Nehmen Sie sich eine kleine Auszeit und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf, wo Sie sich befinden, was Sie tun, wer Sie sind, mit wem Sie diesen Augenblick teilen und in welcher Weise Gott in ihm innewohnt. Speichern Sie diese Erfahrung bewusst ab und loben Sie den Allmächtigen angesichts dessen, was er Ihnen gerade vor Augen führt. Warum ist das so wichtig, mögen Sie sich fragen? Unser Leben ist vergänglich: «Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen» (1. Petrus 1,24).

Wir verbringen nicht lange Zeit auf dieser Erde und freuen uns auf eine bessere Zukunft zusammen mit Jesus. König David betete: «Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden» (Psalm 90,12).

Während unseres Lebens auf Erden sollten wir uns unserer Existenz hier bewusst sein und sie wertschätzen. Im Kleinen Westminster Katechismus heisst es: «Das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen». Entschleunigen Sie darum Ihren Tag und finden Sie Freude in Gott, indem Sie ihn verherrlichen und ihm danken. Er ist in jedem Augenblick gegenwärtig, in dem Zeit und Ewigkeit zusammenfliessen, während wir unser Leben durch Jesus führen.

von Tammy Tkach


Einblick in die Ewigkeit

Jesus gestern, heute und in Ewigkeit