Geistliche Gaben sind zum Dienen gegeben

Folgende wesentliche Punkte verstehen wir abgeleitet aus der Bibel in Bezug auf die geistlichen Gaben, die Gott seinen Kindern schenkt:

  • Jeder Christ besitzt mindestens eine geistliche Gabe; im Allgemeinen sogar zwei oder drei.
  • Jeder sollte seine bzw. ihre Gaben dafĂŒr einbringen, den anderen in der Gemeinde zu dienen.
  • Keiner besitzt alle Gaben, daher brauchen wir einander.
  • Gott entscheidet, wer welche Gabe erhĂ€lt.

Wir haben schon immer verstanden, dass es geistliche Gaben gibt. Aber vor kurzem sind wir uns ihrer noch tiefer bewusst geworden. Wir haben erkannt fast jedes Mitglied möchte sich in einen geistlichen Dienst einbringen.(„Geistlicher Dienst“ bezieht sich auf alle Dienste und nicht nur auf die pastorale Arbeit.) Jeder Christ sollte seine Gaben einbringen, um dem Wohle aller zu dienen (1.Kor 12,7, 1.Petr 4,10). Dieses Bewusstsein fĂŒr geistliche Gaben ist ein grosser Segen fĂŒr jeden einzelnen und die Gemeinden. Auch gute Dinge können missbraucht werden und so sind ein paar Probleme im Zusammenhang mit geistlichen Gaben entstanden. Diese Probleme sind natĂŒrlich nicht einzig bei einer bestimmten Gemeinde aufgetreten, daher ist es hilfreich zu sehen, wie andere christliche Leiter mit diesen Problemen umgegangen sind.

Die Ablehnung zu dienen

Einige Menschen nutzen z.B. den Begriff der geistlichen Gaben als eine Entschuldigung, um anderen nicht zu dienen. So sagen sie z.B. ihre Gabe liege in der Leitung und daher lehnen sie es ab, einen anderen Liebesdienst zu verrichten. Oder sie behaupten, ein Lehrer zu sein und lehnen es ab, in einer anderen Art und Weise zu dienen. Ich glaube, dies ist das pure Gegenteil von dem, was Paulus beabsichtigt hat zu sagen. Er erklĂ€rte, Gott schenkt denMenschen Gaben zum Dienst und nicht, damit sie das Dienen ablehnen. Manchmal muss Arbeit getan werden, unabhĂ€ngig davon, ob jemand eine besondere Gabe dafĂŒr besitzt oder nicht. VersammlungsrĂ€ume mĂŒssen hergerichtet und sauber gemacht werden. MitgefĂŒhl sollte bei einer Tragödie geschenkt werden, egal ob wir die Gabe des MitgefĂŒhls besitzen oder nicht. Alle Mitglieder sollen dazu in derLage sein, das Evangelium zu erklĂ€ren (1. Petr 3,15), egal ob sie die Gabe des Evangelisierens besitzen oder nicht.Es ist unrealistisch zu denken, alle Mitglieder seien nur darin beauftragt zu dienen, wozu sie besonders geistlich begabt sind. Es ist nicht nur so, dass andere Formen des Dienstes getan werden mĂŒssen, sondern alle Mitglieder sollten auch andere Formen des Dienstes erfahren. Die verschiedenen Dienste fordern uns oft aus unsererKomfortzone – der Zone, in der wir uns begabt fĂŒhlen – heraus. Schliesslich möchte vielleicht Gott in uns eine Gabe entwickeln, die wir noch nicht erkannt haben!

Den meisten Menschen sind ein bis drei Hauptgaben geschenkt. Daher ist es das Beste, wenn der hauptsĂ€chliche Bereich des Dienens der Person in einem oder mehreren Bereichen der Hauptgaben liegt. Aber jeder sollte gerne auch in anderen Bereichen dienen, wenn es die Kirche benötigt. Es gibt grosse Kirchen, die nach dem folgenden Leitsatz agieren: „Man sollte entsprechend den eigenen vorhandenen primĂ€ren Gaben sich fĂŒr bestimmte Dienste entscheiden, aber man sollte auch gerne gewillt (oder bereit)sein, sich in anderen sekundĂ€ren geistlichen Diensten einzubringen, basierend auf den BedĂŒrfnissen anderer“. Solch eine Richtlinie hilft Mitgliedernzu wachsen und die Gemeindedienste werden nur fĂŒr eine bestimmte Zeit zugeteilt. Diese wenig passenden Dienste wechseln zu anderen Mitgliedern. Einige erfahrene Pastoren schĂ€tzen, dass Gemeindemitglieder nur ca. 60 % ihres Dienstes im Bereich ihrer hauptsĂ€chlichen geistlichen Gaben einbringen.

Das Wichtigste ist, dass jeder sich in irgendeiner Weise einbringt. Dienst ist eine Verantwortung und nicht eine Angelegenheit von „Ich werde es nur akzeptieren, wenn ich es mag“.

Finde deine eigene Gabe heraus

Nun ein paar Gedanken dazu, wie wir herausfinden, welche geistlichen Gaben wir besitzen. Es gibt mehrere Vorgehensweisen dazu:

  • Gabentest, Untersuchungen und Bestandaufnahmen
  • Selbstanalyse von Interessen und Erfahrungen
  • BestĂ€tigung von Menschen, die dich gut kennen

All diese drei Vorgehensweisen sind hilfreich. Es ist besonders hilfreich, wenn alle drei zu derselben Antwortf ĂŒhren. Aber keine der drei ist fehlerfrei.

Einige der schriftlichen Bestandaufnahmen sind einfach eine selbstanalytische Methode, die hilft, die Meinung anderer ĂŒber dich zu zeigen. Mögliche Fragen sind: Was wĂŒrdest du gerne tun? Was kannst du richtig gut tun? Was sagen andere Leute, dass du gut tust? Was fĂŒr BedĂŒrfnisse siehst du in der Kirche? (Die letzte Frage basiert auf der Beobachtung, bei der sichMenschen normalerweise besonders dessen bewusst sind, wo sie in der Lage sind, zu helfen. Ein Beispiel: Eine Person mit der Gabe des MitgefĂŒhls wird denken, dass die Kirche mehr MitgefĂŒhl braucht.)

Oft kennen wir unsere Gaben nicht, bis wir sie gebrauchen und sehen, dass wir kompetent sind in einer bestimmten Art von TĂ€tigkeit. Nicht nur wachsen Gaben durch die Erfahrung, sie können auch durch die Erfahrung entdeckt werden. Daher ist es hilfreich, wenn Christen sich gelegentlich in unterschiedlichen Arten des Dienens versuchen. Sie können dabei ĂŒber sich selbst etwas lernen und anderen helfen.    

von Michael Morrison


pdfGeistliche Gaben sind zum Dienen gegeben