Fragen zur Dreieinigkeit

Die Dreieinigkeit: 1+1+1 – Es geht einfach nicht auf!

Der Vater ist Gott, und der Sohn ist Gott, und der Heilige Geist ist Gott, aber es gibt nur einen Gott. Warten Sie einen Moment, sagen einige Leute. „Eins plus eins plus eins ergibt eins? Das kann nicht stimmen. Es geht einfach nicht auf.“

Richtig, es geht nicht auf – und es sollte auch nicht. Gott ist kein „Ding“, das man aufaddieren könnte. Es kann nur Einen geben, der allmĂ€chtig, allweise, allgegenwĂ€rtig ist – daher kann es nur einen Gott geben. In der Welt des Geistes sind der Vater, der Sohn und der Heilige Geist eins, auf eine Weise vereint, wie es materielle Objekte nicht sein können. Unsere Mathematik basiert auf materiellen Dingen; es funktioniert nicht immer in der grenzenlosen, geistlichen Dimension.

Der Vater ist Gott und der Sohn ist Gott, aber es gibt nur ein Gottwesen. Dies ist keine Familie oder Komitee von göttlichen Wesen – eine Gruppe kann nicht sagen: „Es gibt keinen wie mich“ (Jes 43,10; 44,6; 45,5). Gott ist nur ein göttliches Wesen – mehr als eine Person, aber nur ein Gott. Die frĂŒhen Christen bezogen diese Vorstellung nicht aus dem Heidentum oder aus der Philosophie – sie wurden dazu von der Heiligen Schrift quasi gezwungen.

Genauso wie die Heilige Schrift lehrt, dass Christus göttlich ist, lehrt sie auch, dass der Heilige Geist göttlich und persönlich ist. Was immer der Heilige Geist tut, tut Gott. Der Heilige Geist ist Gott, wie der Sohn und der Vater es sind – drei Personen die perfekt in einem Gott vereint sind: der Dreieinigkeit.

Die Frage von Christi Gebeten

Die Frage wird oft gestellt: Da Gott eins (einer) ist, warum musste Jesus zum Vater beten? Hinter dieser Frage liegt die Annahme, dass die Einheit Gottes Jesus (der Gott war) nicht erlaubte, zum Vater zu beten. Gott ist eins. Zu wem hat Jesus also gebetet? Diese Bild lĂ€sst vier wichtige Punkte ausser Acht, die wir klarstellen mĂŒssen, wenn wir auf die Frage eine befriedigende Antwort erhalten wollen. Der erste Punkt ist, dass die Aussage „das Wort war Gott“ nicht bestĂ€tigt, dass Gott ausschliesslich der Logos [das Wort] war. Das Wort „Gott“ in dem Ausdruck „und Gott war das Wort“ (Joh 1,1) wird nicht als Eigenname verwendet. Die Formulierung bedeutet, dass der Logos göttlich war – dass der Logos dieselbe Natur wie Gott hatte – ein Wesen, eine Natur. Es ist ein Fehler anzunehmen, dass der Ausdruck „der Logos war Gott“ bedeutet, dass der Logos allein Gott war. Von diesem Standpunkt aus betrachtet schliesst dieser Ausdruck nicht aus, dass Christus zum Vater betet. Anders ausgedrĂŒckt: Es gibt einen Christus und es gibt einen Vater, und besteht keine Unvereinbarkeit darin, wenn Christus zum Vater betet.

Der zweite Punkt, der klargestellt werden muss, ist, dass der Logos Fleisch wurde (Joh 1,14). Diese Aussage besagt, dass der Logos Gottes tatsĂ€chlich ein menschliches Wesen wurde – ein buchstĂ€blicher, begrenzter Mensch, mit all seinen Eigenschaften und Begrenzungen, die Menschen auszeichnen. Er hatte all die BedĂŒrfnisse, die mit der menschlichen Natur einhergehen. Er brauchte Nahrung, um am Leben zu bleiben, er hatte geistliche und emotionale BedĂŒrfnisse, einschliesslich dem BedĂŒrfnis, durch Gebet mit Gott Gemeinschaft zu haben. Dieses BedĂŒrfnis wird im Nachfolgenden noch deutlicher werden.

Der dritte Punkt, der klargestellt werden muss, ist seine SĂŒndenlosigkeit. Gebet ist nicht nur fĂŒr SĂŒnder; sogar eine sĂŒndenlose Person kann und sollte Gott preisen und seine Hilfe suchen. Ein menschliches, begrenztes Wesen muss zu Gott beten, muss mit Gott Gemeinschaft haben. Jesus Christus, ein menschliches Wesen, musste zum unbegrenzten Gott beten.

Dies wirft die Notwendigkeit auf, einen vierten Fehler zu korrigieren, der beim gleichen Punkt gemacht wird: Die Annahme, dass die Notwendigkeit zu beten, ein Beweis dafĂŒr ist, dass eine betende Person nicht mehr als menschlich ist. Diese Annahme hat sich aus einer verzerrten Auffassung ĂŒber das Gebet in das Denken vieler Menschen eingeschlichen – von der Auffassung, dass die Unvollkommenheit des Menschen die einzige Grundlage fĂŒr das Gebet ist. Diese Auffassung ist nicht der Bibel oder von irgendetwas anderem, was Gott offenbart hat, entnommen. Adam hĂ€tte beten mĂŒssen, sogar wenn er nicht gesĂŒndigt hĂ€tte. Seine SĂŒndenlosigkeit hĂ€tte seine Gebete nicht unnötig gemacht. Christus betete, obwohl er perfekt war.

Mit den obigen Klarstellungen vor Augen kann die Frage beantwortet werden. Christus war Gott, aber er war nicht der Vater (oder der Heilige Geist); er konnte zum Vater beten. Christus war auch ein Mensch – ein begrenztes, buchstĂ€blich begrenztes menschliches Wesen; er musste zum Vater beten. Christus war auch der neue Adam – ein Beispiel des perfekten Menschen, das Adam hĂ€tte sein sollen; er war in bestĂ€ndiger Gemeinschaft mit Gott. Christus war mehr als menschlich – und Gebet verĂ€ndert diesen Status nicht; er betete als der Sohn Gottes, der Mensch geworden war. Die Auffassung, dass Gebet fĂŒr jemanden, der mehr als menschlich ist, unpassend oder nicht notwendig sei, leitet sich nicht von Gottes Offenbarung ab.

von Michael Morrison


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