Wo war Gott?

wo war gottSie ĂŒberstand die Feuer des UnabhĂ€ngigkeitskrieges und sah den Aufstieg New Yorks zur grössten Stadt der Welt – eine kleine Kirche namens St. Paul’s Chapel. Sie befindet sich im SĂŒdteil Manhattans umgeben von Wolkenkratzern. Bekannt geworden ist sie auch unter dem Namen „The Little Chapel That Stood“ [dt. Die kleine Kirche, die standhielt]. Sie erhielt diesen Spitznamen, weil sie beim Einsturz der ZwillingstĂŒrme am 11. September 2001 unbeschadet blieb, obwohl der Abstand weniger als 100 Meter betrug.

Gleich nach dem Terrorangriff am 11. September diente St. Paul’s als Einsatzzentrale fĂŒr RettungskrĂ€fte und als Anlaufstelle fĂŒr suchende Angehörige. Viele Wochen lang kamen Tausende von Freiwillige aus verschiedenen Glaubensgemeinschaften an diesen Ort, im verzweifelten BemĂŒhen, die Tragödie gemeinsam zu verarbeiten. Die Gemeindemitglieder von St. Paul’s brachten warme Mahlzeiten und halfen bei den AufrĂ€umarbeiten. Sie spendeten Trost denen, die Freunde und Familienmitglieder verloren hatten.

In Zeiten grosser Angst und grosser Not dĂŒrfen wir die Frage stellen: „Wo ist Gott?“ Ich glaube, die kleine Kirche kann uns zu einem Teil der Antwort einen Hinweis geben. Wir sind gewiss: selbst im finsteren Tal des Todes ist Gott mit uns. Christus selbst hat sich in unsere Lage versetzt, er ist einer von uns geworden, ein Licht, dass unsere Finsternis erleuchtet. Er litt mit uns, sein Herz bricht, wenn unsere Herzen brechen und durch seinen Geist werden wir getröstet und geheilt. Selbst in tragischen Zeiten ist Gott mit uns und wirkt die Erlösung.

Die kleine Kirche, die standhielt, wird uns weiterhin daran erinnern, dass auch in Zeiten grösster Not Gott ganz nah ist – in ihm gibt es Hoffnung, durch Christus, unseren Herrn. Die Gemeinde in seiner Gesamtheit ist ein Zeugnis dafĂŒr und soll uns daran erinnern, dass Gott nichts in diesem Leben geschehen lĂ€sst, das von seiner völligen Erlösung ausgenommen ist, wenn die Zeit dafĂŒr gekommen ist. Wir gedenken derer, die ihr Leben am 11. September verloren haben. Ich bete dafĂŒr, dass uns allen bewusst wird, dass unser Herr mit ihnen war und ist und immer sein wird, so auch mit uns.

von Joseph Tkach


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