Unsere Muse finden

In der griechischen Mythologie waren Musen Göttinnen, die die Menschen in Literatur, Kunst und Wissenschaft inspiriert haben. Wegen der Geschichte über die neun Musen, blickten Menschen sich immer wieder nach ihnen um und erhofften sich in ihren kreativen Unterfangen Hilfe von ihnen. In der modernen Zeit schrieb der britische Autor Robert Graves Romane über Mythologie und das wieder aufgekommene populäre Konzept von Musen. Schriftsteller, Sänger und Tänzer fingen wieder an, Musen um Hilfe und Inspiration anzurufen. Es ist zweifelhaft, ob irgendjemand wirklich an die griechischen Göttinnen glaubte. Jedoch sehen viele Künstler, Liebhaber und berühmte Persönlichkeiten sie als ihre Musen an.

Woher kommt Inspiration wirklich?

Die eigentliche Bedeutung des Wortes inspirieren bedeutet in etwas atmen oder blasen. Ein göttliches oder übernatürliches Wesen vermittelt eine Idee oder Wahrheit und atmet oder bläst sie in einen Menschen hinein. Wenn Christen davon sprechen, dass sie inspiriert sind, glauben sie, eine Idee oder einen Gedanken von Gott erhalten zu haben. Sie nehmen dann an, ihr Schreiben und Reden sei von Gott inspiriert und er leite sie in ihren Ideen und Fähigkeiten.

Weil Kreativität von Gott kommt, könnten wir ihn als unsere Muse bezeichnen. Der Heilige Geist ist derjenige, der uns leitet, führt und inspiriert. Er nimmt uns unseren Zustand der Täuschung und führt uns in die Wahrheit von Jesus, der das Leben, die Wahrheit und der Weg ist. Wenn er nicht in uns das Leben des Vaters geatmet hätte, wären wir auf eine bestimmte Art und Weise ohne Leben. Er belebt uns mit seiner Energie und füllt uns mit dem Funkeln seines Gedankenreichtums.Der Akt des Kreierens ist ein Teil von Gott selbst, den er uns gegeben hat, um uns durchs Leben zu helfen und um unser Leben zu bereichern. Es ist Teil von jenem Leben im Überfluss, das uns in Joh 10,10 versprochen wird. Unsere Kreativität erlaubt es, viele Dinge zu tun, die nicht nur notwendig sind, wie das Bauen von Häusern und Maschinen, sondern sie versieht uns auch mit den Künsten. Der Drang, vielleicht sogar das Verlangen danach, etwas zu erschaffen, ist tief in uns verankert und ist der Motor hinter den meisten unserer Tätigkeiten.

Wie können wir Gott unsere Muse werden lassen, die uns die Richtung und Inspiration gibt, die wir brauchen und nach der wir uns sehnen? Wir könnten damit anfangen, das hörende Gebet einzuüben. Die meisten Menschen sind mit der üblichen Art des Gebets vertraut: mit Gott reden, ihm unsere Probleme und Sorgen schildern, ihm danken und ehren, für andere Menschen zu bitten und einfach unsere Gedanken teilen. Hörendes Gebet erfordert ein wenig mehr Disziplin,weil es Stille benötigt. Es ist schwierig, während des Gebets still zu sein, weil wir oft das Verlangen verspüren, etwas sagen zu müssen. Stille kann unangenehm sein: Unsere Gedanken wandern in andere Richtungen, wir werden abgelenkt und weil wir Gottes Stimme nicht auditiv vernehmen können, nehmen wir an, dass er nicht mit uns kommuniziere.

Vor Gott während des Gebets still zu sein, braucht Zeit und Übung. Als Beginn dafür kann man einen Text aus der Bibel oder einem Andachtsbuchlesen und dann den Fokus auf Gott lenken und ihn bitten, dass er die eigenen Gedanken lenke und leite. Wenn Sie das Verlangen verspüren, sprechen zu wollen, erinnern Sie sich daran, dass Sie hören wollten und nicht reden. Dallas Willard schrieb ein inspirierendes Buch mit dem Titel Hearing God, das im Detail erklärt, wie man hört. Natürlich ist Gott viel mehr als eine Muse und wir können und sollten zu ihm schauen, wenn wir auf der Suche nach Inspiration und Richtung in allen Bereichen unseres Lebens sind. Er ist mehr als gewillt, unser Wegweiser zu sein und spricht und atmet ständig Liebe und Weisheit in uns hinein. Mögen wir alle lernen, seine liebevolle Stimme immer deutlicher und klarer zu hören.

von Tammy Tkach


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