Die Minen König Salomos (Teil 15)

Sprüche 18,10 besagt: „Der Name des Herrn ist eine feste Burg; der Gerechte läuft dorthin und wird beschirmt.” Was bedeutet das? Wie kann der Name Gottes eine feste Burg sein? Warum schrieb Salomo nicht, dass Gott selbst eine feste Burg ist? Wie können wir zum Namen Gottes laufen und bei ihm Schutz finden?

In jeder Gesellschaft sind Namen wichtig. Ein Name sagt viel über einen Menschen aus: das Geschlecht, die ethnische Herkunft und vielleicht auch den politischen Standpunkt der Eltern oder deren Pop-Idol zu der Zeit, als ihr Kind geboren wurde. Manch einer hat einen Spitznamen, der auch etwas über diese Person aussagt – nämlich wer und was diese Person ist. Für die Menschen, die im antikenNahen Osten lebten, trug der Name eines Menschen eine besondere grosse Bedeutung; so auch bei denJuden. Eltern dachten viel über den Namen ihres Kindes nach und beteten darüber in der Hoffnung,dass ihr Kind das, was sein oder ihr Name ausdrückt, erfüllen würde.Namen sind auch für Gott wichtig. Wir wissen davon, dass er manchmal den Namen einer Person änderte, wenn er oder sie lebensverändernde Erfahrungen machte. Hebräische Namen waren oft eine Kurzbeschreibung der Person und gaben dadurch bekannt, wer diesePerson ist oder sein wird. Zum Beispiel wurde der Name Abram zu Abraham (Vater vieler Völker), sodass er sagen konnte, dass er der Vater von vielen ist und Gott durch ihn wirkt.

Ein Aspekt des Charakters Gottes

Gott verwendet die hebräischen Namen auch, um sich selbst zu beschreiben. Jeder seiner Namen ist eine Beschreibung von einem Aspekt seines Charakters und seiner Identität. Sie beschreiben, wer er ist, was er getan hat und sind gleichzeitig ein Versprechen an uns. Zum Beispiel bedeutet einer der Namen Gottes Jahwe Shalom„Der Herr ist Friede“ (Ri 6,24). Er ist der Gott, der uns den Frieden bringt. Haben Sie Ängste? Sind Sie unruhig oder deprimiert? Dann können SieFrieden erfahren, weil Gott selbst, der Friede ist. Wenn der Friedensprinz inIhnen lebt (Jes 9,6; Eph 2,14), kommt er Ihnen zur Hilfe. Er verändert Menschen, löst Spannungen, verändert schwierige Umstände und bringt Ihre Gefühle und Gedanken zur Ruhe.

In 1. Mose 22,14 nennt sich Gott Jahwe Jireh „ der Herr sieht“. Sie können zu Gott kommen und auf ihn zählen. Auf viele Art und Weisen möchte Gott Sie wissen lassen, dass er Ihre Bedürfnisse kennt und sie gern stillen möchte. Sie müssen ihn nur darum bitten. Zurück zu Sprüche 18,10: Salomo sagt dort, dass alles, was über Gott durch seine Namen zum Ausdruck gebracht wird – seinen Frieden, seine ewige Treue, seine Gnade, seine Liebe – wie eine feste Burg für uns ist. Für tausende von Jahren wurden Burgen gebaut, um die hiesigen Menschen vor ihren Feinden zu schützen. Die Mauern waren sehr hoch und fast uneinnehmbar. Wenn Angreifer in das Land einmarschierten, flohen die Menschen von ihren Dörfern und Feldern zur Burg, weil sie sich dort sicher und bewahrt wussten. Salomo schreibt, dass die Gerechten zu Gott laufen. Sie sind nicht gemütlich dorthin spaziert, sondern haben keine Zeit verloren und rannten zu Gott und waren bei ihm sicher. Beschirmt bedeutet, in Schutz genommen und vor Angriffen sicher zu sein.

Allerdings könnte man argumentieren, dass das nur für die „ gerechten“ Menschen gilt. Dann kommen Gedanken wie „ Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht so heilig. Ich mache doch so viele Fehler. Meine Gedanken sind unrein ...“ Doch ein anderer Name für Gott ist Jahwe Tsidekenu „ Der Herr unsere Gerechtigkeit“ (Jer 33,16). Gott versorgt uns mit seiner Gerechtigkeit durch Jesus Christus, der für unsere Sünden starb, „ damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt” (2. Kor 5,21). Wir müssen uns deshalb nicht aus eigener Kraft darum bemühen, gerecht zu werden, denn durch Jesu Opfer werden wir gerechtfertigt, wenn wir es denn für uns in Anspruch nehmen. Deshalb können Sie in unsicheren und beängstigenden Zeiten gestärkt mit mutigen Schritten voran schreiten, auch dann, vor allem dann, wenn Sie sich nicht als gerecht empfinden.

Falsche Sicherheiten

Wir machen einen tragischen Fehler, wenn wir auf der Suche nach Sicherheit zu einem falschen Ort laufen. Der nächste Vers in Sprüche warnt uns:„Des Reichen Habe ist ihm wie eine feste Stadt und dünkt ihn eine hohe Mauer.” Dies trifft nicht nur auf Geld zu, sondern auf all jenes, das uns scheinbar hilft, unsere Sorgen, Ängste und den Alltagsstress abzubauen: Alkohol, Drogen, Karriere, eine bestimmte Person. Salomo zeigt auf – und aus eigener Erfahrung weiss er darum nur zu genau – dass all diese Dinge nur eine falsche Sicherheit bieten. Alles, ausser Gott, wovon wir uns Sicherheit erhoffen, wird uns niemals das geben können, was wir wirklich brauchen.Gott ist keine vage unpersönliche Idee. Sein Name ist Vater und seine Liebe ist unendlich und bedingungslos. Mit ihm können Sie eine persönliche und liebevolle Beziehung führen. Wenn Sie durch schwierige Zeiten gehen, rufen Sie ihn in der tiefen Gewissheit an, dass er Sie leiten möge „um seines Namens willen” (Ps 23,3). Bitten Sie ihn, dass er Sie verstehen lehrt, wer er ist.

Vor vielen Jahren, als meine Kinder noch sehr jung waren, herrschte nachts ein riesiger Sturm. Ein Blitz schlug in der Nähe unseres Hause sein, sodass wir keinen Strom mehr hatten. Die Kinder hatten fürchterliche Angst. Während um sie herum die Blitze in der Dunkelheit zischten und das Donnergrollen ertönte, riefen sie nach uns und rannten so schnell sie konnten zu uns. Wir verbrachten diese Nacht als Familie in unserem Ehebett und meine Frau und ich hielten unsere Kinder fest in unseren Armen. Sie schliefen rasch ein und vertrauten darauf, dass alles in Ordnung sein würde, weil Mama und Papa mit ihnen im Bett waren.

Unabhängig davon, was Sie gerade durchmachen, dürfen Sie sich bei Gott ausruhen und darauf vertrauen, dass er bei Ihnen ist und Sie in seinen Armen fest hält. Gott nennt sich Jahwe Shammah (Hes 48,35) und das bedeutet „Hier ist der Herr“. Es gibt keinen Ort, an dem Gott nicht mit Ihnen ist. Er war in Ihrer Vergangenheit anwesend, er ist es in Ihrer Gegenwart und er wird es auch in Ihrer Zukunft sein. Er ist bei Ihnen in guten wie in schlechten Zeiten. Er ist immer an Ihrer Seite. Laufen Sie zu ihm, um seines Namens willen.

von Gordon Green


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