Was ist die Taufe?

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Die Wassertaufe - Zeichen der Reue des Gläubigen, Zeichen, dass er Jesus Christus als Herrn und Erlöser annimmt - ist Teilhabe am Tod und der Auferstehung Jesu Christi. Das Getauftwerden „mit dem Heiligen Geist und mit Feuer“ bezieht sich auf das erneuernde und reinigende Werk des Heiligen Geistes. Die Weltweite Kirche Gottes praktiziert die Taufe durch Untertauchen (Matthäus 28,19; Apostelgeschichte 2,38; Römer 6,4-5; Lukas 3,16; 1. Korinther 12,13; 1. Petrus 1,3-9; Matthäus 3,16).

Am Abend vor seiner Kreuzigung nahm Jesus Brot und Wein und sprach: „...das ist mein Leib ... das ist mein Blut des Bundes...“ Immer, wenn wir das Abendmahl feiern, nehmen wir Brot und Wein zum Gedenken an unseren Erlöser und verkünden seinen Tod, bis er kommt. Das Abendmahl ist Teilhabe am Tod und der Auferstehung unseres Herrn, der seinen Leib hingab und sein Blut vergoss, damit uns vergeben werden kann (1. Korinther 11,23-26; 10,16; Matthäus 26,26-28.

Kirchliche Ordnungen

Die Taufe und das Abendmahl des Herrn sind die zwei kirchlichen Ordnungen des protestantischen Christentums. Diese Ordnungen sind Zeichen oder Symbole von Gottes Gnade, die in den Gläubigen am Wirken ist. Sie verkünden sichtbar die Gnade Gottes, indem sie das Erlösungswerk Jesu Christi andeuten.

„Beide kirchlichen Ordnungen, das Abendmahl des Herrn und die heilige Taufe…stehen zusammen, Schulter an Schulter, und verkünden die Wirklichkeit der Gnade Gottes durch die wir bedingungslos angenommen sind, und durch die wir unter der bedingungslosen Verpflichtung sind, für andere das zu sein, was Christus für uns gewesen ist“ (Jinkins, 2001, S. 241).

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Taufe und das Abendmahl des Herrn, nicht menschliche Ideen sind. Sie reflektieren die Gnade des Vaters und wurden von Christus eingesetzt. Gott legte in der Heiligen Schrift fest, dass Männer und Frauen bereuen (sich Gott zuwenden – siehe Lektion Nr. 6) und zur Vergebung der Sünden getauft werden (Apg 2,38), und dass Gläubige „zum Gedächtnis“ Jesu Brot und Wein zu sich nehmen sollten (1Kor 11,23-26).

Die kirchlichen Ordnungen des Neuen Testaments unterscheiden sich von den alttestamentlichen Ritualen darin, dass letztere lediglich „ein Schatten, der zukünftigen Güter“ waren und dass „es unmöglich ist, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen“ (Hebr 10,1.4). Diese Rituale waren entworfen worden, um Israel von der Welt zu trennen und als Gottes Eigentum auszusondern, während das Neue Testament zeigt, dass alle Gläubigen aus allen Völkern in und mit Christus eins sind.

Die Rituale und Opfer führten nicht zur dauerhaften Heiligung und Heiligkeit. Der erste Bund, der Alte Bund, unter dem sie fungierten, ist nicht länger gültig. Gott „hebt das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi“ (Hebr 10,5-10). 

Symbole, die Gottes Selbsthingabe widerspiegeln

In Philipper 2,6-8 lesen wir, dass sich Jesus für uns seiner göttlichen Vorrechte entäusserte. Er war Gott, wurde für unser Heil jedoch Mensch. Die Taufe und das Abendmahl des Herrn zeigen, was Gott für uns, nicht was wir für Gott getan haben. Die Taufe ist für den Gläubigen ein äusserlicher Ausdruck einer inneren Verpflichtung und Hingabe, doch ist sie zuallererst eine Teilhabe an Gottes Liebe und Hingabe an die Menschheit: Wir werden in Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt hineingetauft.

„Die Taufe ist nicht etwas, was wir tun, sondern was für uns getan wurde“ (Dawn & Peterson 2000, S. 191). Paulus erklärt: „Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?“ (Röm 6,3).

Das Wasser der Taufe, das den Gläubigen bedeckt, symbolisiert das Begräbnis Christi für sie oder ihn. Das Heraufsteigen aus dem Wasser symbolisiert Jesu Auferstehung und Himmelfahrt: „… damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln“ (Röm 6,4b).

Auf Grund der Symbolik, dass wir völlig vom Wasser bedeckt sind und damit darstellen „dass wir mit ihm begraben sind durch die Taufe in den Tod“ (Röm 6,4a), praktiziert die Weltweite Kirche Gottes Taufe durch völliges Untertauchen. Gleichzeitig erkennt die Kirche andere Methoden der Taufe an.

Die Symbolik der Taufe zeigt uns, „dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen“ (Röm 6,6). Die Taufe erinnert uns, dass genauso wie Christus gestorben und auferstanden ist, so sterben auch wir geistlich mit ihm und werden mit ihm auferweckt (Röm 6,8). Die Taufe ist eine sichtbare Demonstration von Gottes Selbsthingabe an uns und erweist sich darin, „dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Röm 5,8).

Das Abendmahl des Herrn bezeugt auch die aufopfernde Liebe Gottes, den höchsten Akt des Heils. Die verwendeten Symbole repräsentieren den gebrochenen Leib (Brot) und das vergossene Blut (Wein), damit die Menschheit gerettet werden kann.

Als Christus das Abendmahl des Herrn einsetzte, teilte er das Brot mit seinen Jüngern und sagte: „Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben [gebrochen] wird“ (1Kor 11,24). Jesus ist das Brot des Lebens, „das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist“ (Joh 6,48-58).
Jesus reichte auch den Weinkelch und sagte: „Trinket alle daraus, das ist mein Blut des Bundes, das vergossen ist für viele zur Vergebung der Sünden“ (Mt 26,26-28). Dies ist „das Blut des ewigen Bundes“ (Hebr 13,20). Daher wird durch Ignorieren, Geringschätzen oder Zurückweisen des Wertes des Blutes dieses Neuen Bundes der Geist der Gnade geschmäht (Hebr 10,29).
Genauso wie die Taufe eine nochmalige Nachahmung und Teilnahme am Tod und der Auferstehung Christi ist, so ist das Abendmahl des Herrn eine nochmalige Nachahmung und Teilnahme am Leib und Blut Christi, die für uns geopfert wurden.

Fragen kommen in Bezug auf das Passa auf. Das Passa ist nicht dasselbe wie das Abendmahl des Herrn, weil die Symbolik unterschiedlich ist und weil es nicht die Vergebung der Sünden durch die Gnade Gottes darstellt. Das Passa war auch eindeutig ein jährliches Ereignis, während das Abendmahl des Herrn „sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt“ genommen werden kann (1Kor 11,26).

Das Blut des Passalammes wurde nicht zur Vergebung der Sünden vergossen, weil Tieropfer niemals Sünden hinwegnehmen können (Hebr 10,11). Der Brauch des Passamahles, eine Nacht des Wachens, die im Judentum gehalten wird, symbolisierte die nationale Befreiung Israels aus Ägypten (2Mo 12,42; 5Mo 16,1); sie symbolisierte nicht die Vergebung der Sünden.

Die Sünden der Israeliten wurden nicht durch die Feier des Passas vergeben. Jesus wurde am gleichen Tag, an dem die Passalämmer geschlachtet wurden, getötet (Joh 19,14), was Paulus zur Aussage bewog: „Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist“ (1Kor 5,7).

Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft

Taufe und Abendmahl des Herrn spiegeln auch die Einheit untereinander und mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist wider.

Durch „einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe“ (Eph 4,5) wurden Gläubige „mit ihm verbunden und sind ihm gleich geworden in seinem Tod“ (Röm 6,5). Wenn ein Gläubiger getauft wird, dann erkennt die Kirche im Glauben an, dass er oder sie den Heiligen Geist empfangen hat.

Durch den Empfang des Heiligen Geistes werden Christen in die Gemeinschaft der Kirche hineingetauft. „Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt“ (1Kor 12,13).

Jesus wird die Gemeinschaft der Kirche, die sein Leib ist (Röm 12,5; 1Kor 12,27; Eph 4,1-2) niemals verlassen oder versäumen (Hebr 13,5; Mt 28,20). Diese aktive Beteiligung an der christlichen Gemeinschaft wird durch die Einnahme von Brot und Wein am Tisch des Herrn bekräftigt. Der Wein, der Segenskelch, ist nicht nur „die Gemeinschaft des Blutes Christi“, und das Brot, „die Gemeinschaft des Leibes Christi“, sondern sie sind auch die Teilhabe am gemeinsamen Leben aller Gläubigen. „So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben“ (1Kor 10,16-17).

Vergebung

Sowohl das Abendmahl des Herrn als auch die Taufe sind eine sichtbare Beteiligung an Gottes Vergebung. Als Jesus seinen Nachfolgern befahl, dass sie, wo immer sie hingingen, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen sollten (Mt 28,19), war dies eine Anweisung, Gläubige in die Gemeinschaft derer, die Vergebung erhalten, zu taufen. Apostelgeschichte 2,38 erklärt, dass die Taufe „zur Vergebung der Sünden“ und für den Empfang der Gabe des Heiligen Geistes ist.

Wenn wir mit „mit Christus auferstanden sind“ (d. h. aus dem Wasser der Taufe in ein neues Leben in Christus auferstehen), sollen wir einander vergeben, so wie der Herr uns vergeben hat (Kol 3,1.13; Eph 4,32). Die Taufe bedeutet, dass wir Vergebung gewähren als auch Vergebung empfangen.

Das Abendmahl des Herrn wird manchmal als „Kommunion“ bezeichnet (die Vorstellung wird betont, dass wir durch die Symbole mit Christus und anderen Gläubigen Gemeinschaft haben). Es ist auch unter dem Namen „Eucharistie“ bekannt (vom Griechischen „Danksagen“, weil Christus danksagte, bevor er das Brot und den Wein reichte).

Wenn wir zusammenkommen, um den Wein und das Brot zu nehmen, verkündigen wir dankbar den Tod unseres Herrn für unsere Vergebung, bis Jesus wiederkommt (1Kor 11,26), und wir haben Teil an der Gemeinschaft der Heiligen und mit Gott. Dies erinnert uns daran, dass einander vergeben bedeutet, dass wir an der Bedeutung des Opfers Christi teilhaben.

Wir sind in Gefahr, wenn wir das Urteil fällen, dass andere Menschen Christi Vergebung oder unserer eigenen Vergebung unwürdig sind. Christus sagte: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ (Mt 7,1). Ist es das, worauf sich Paulus in 1. Korinther 11,27-29 bezieht? Dass wir, wenn wir nicht vergeben, nicht unterscheiden oder verstehen, dass der Leib des Herrn zur Vergebung aller gebrochen würde? Wenn wir also zum Abendmahlsaltar kommen und Bitterkeit hegen und nicht vergeben haben, dann essen und trinken wir die Elemente auf eine unwürdige Weise. Authentische Anbetung ist mit der Einstellung der Vergebung verbunden (siehe auch Mt 5,23-24).
Möge die Vergebung Gottes in der Art und Weise, wie wir das Abendmahl einnehmen, stets gegenwärtig sein.

Schlussfolgerung

Taufe und Abendmahl des Herrn sind kirchliche Handlungen von persönlicher und gemeinschaftlicher Anbetung, die das Evangelium der Gnade sichtbar darstellen. Sie sind für den Gläubigen relevant, weil sie in der Heiligen Schrift von Christus selber verordnet wurden, und sie sind Mittel der aktiven Beteiligung am Tod und der Auferstehung unseres Herrn.

von James Henderson


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