Der Hunger tief in uns

361 der hunger tief in uns„Alle schauen erwartungsvoll zu dir, und du gibst ihnen zur rechten Zeit zu essen. Du öffnest deine Hand und sättigst deine Geschöpfe...“ (Psalm 145, 15-16 HFA).

Manchmal spüre ich irgendwo tief in mir einen aufschreienden Hunger. In meinen Gedanken versuche ich, ihm keine Achtung zu schenken und ihn eine zeitlang zu unterdrücken. Urplötzlich aber kommt er wieder ans Licht.

Ich spreche von dem Verlangen, dem Wunsch in uns, die Tiefe besser zu ergründen, dem Schrei nach Erfüllung, den wir verzweifelt mit anderen Dingen zu füllen versuchen. Ich weiss, dass ich mehr von Gott möchte. Aus irgendeinem Grund aber verscheucht mich dieser Schrei, wie wenn er mehr von mir abverlangen würde, als ich zu geben in der Lage bin. Es ist eine Angst, wenn ich sie aufkommen liesse, die von mir die schrecklichen Seiten zeigen würde. Sie würde meine Verletzlichkeit zeigen, würde mein Bedürfnis nach Abhängigkeit von etwas oder jemanden Grösserem offenbaren. David hatte einen Hunger nach Gott, der in blossen Worten nicht ausgedrückt werden konnte. Er schrieb Psalm für Psalm und konnte immer noch nicht erklären, was er zu sagen versuchte.

Ich meine, dass wir alle von Zeit zu Zeit dieses Gefühl erfahren. In Apostelgeschichte 17,27 heisst es: „Das alles hat er getan, weil er wollte, dass die Menschen ihn suchen. Sie sollen ihn spüren und finden können. Und wirklich, er ist jedem von uns ja so nahe!“ Gott ist es, der uns mit dem Verlangen nach ihm geschaffen hat. Wenn er uns zieht, spüren wir den Hunger. Oftmals nehmen wir uns eine kurze Zeit der Stille oder machen ein Gebet, aber wir nehmen nicht wirklich die Zeit nach ihm zu suchen. Wir mühen uns einige Minuten, um seine Stimme zu hören und dann geben wir auf. Wir sind zu beschäftigt um länger dranzubleiben, ach könnten wir nur sehen, wie nahe wir ihm gekommen sind. Hatten wir wirklich die Erwartung etwas zu hören? Wenn dem so wäre, würden wir dann nicht zuhören, als ob unser Leben davon abhinge?

Dieser Hunger ist so beschaffen, dass er gestillt werden will und zwar durch unseren Schöpfer. Der einzige Weg, wie er gestillt werden kann, ist mit Gott Zeit zu verbringen. Ist der Hunger stark, dann benötigen wir mehr Zeit mit ihm. Wir alle führen ein geschäftiges Leben, was aber ist für uns am Wichtigsten? Sind wir willig ihn besser kennen zu lernen? Wie willig sind Sie? Was wäre, wenn er mehr als eine Stunde am Morgen verlangte? Was wäre wenn er zwei Stunden verlangte und sogar die Mittagspause? Was wäre, wenn er von mir verlangte nach Übersee zu gehen und mit Menschen zu leben, die nie zuvor das Evangelium gehört haben?

Sind wir willig unsere Gedanken, unsere Zeit und unser Leben Christus zu übergeben? Zweifellos wird es sich lohnen. Der Lohn wird gross sein, und viele Menschen mögen ihn dadurch kennen lernen, weil Sie es tun.

Gebet

Vater, gib mir den Durchhaltewillen dich mit ganzem Herzen zu suchen. Du hast versprochen uns entgegen zu kommen, wenn wir uns dir nähern. Ich möchte dir heute näher kommen. Amen

von Fraser Murdoch


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