Warum erlaubt Gott, dass Christen leiden?

Als Diener von Jesus Christus werden wir oft gebeten, Menschen Trost zu spenden, wenn sie durch verschiedenartige Leiden gehen. In Leidenszeiten werden wir gebeten, Nahrung, Unterkunft oder Kleidung zu spenden. Aber in Zeiten des Leidens werden wir auch zusätzlich zur Bitte um Behebung physischer Not manchmal auch um eine Erklärung gebeten zur Frage, warum Gott erlaubt, dass Christen leiden. Dies ist eine schwer zu beantwortende Frage, besonders dann, wenn sie in einer Zeit physischer, emotionaler oder finanzieller Verzweiflung gestellt wird. Manchmal wird die Frage auf solch eine Weise gestellt, dass der Charakter Gottes in Frage gestellt wird.

Die Vorstellung von leidenden Christen in einer industrialisierten, westlichen Kultur ist oft ganz anders als die von leidenden Christen in einer wirtschaftlich ärmeren Region dieser Welt. Was sollte als Christen unsere Erwartung in Bezug auf Leiden sein? Einigen Christen wird beigebracht, dass ihnen, sobald sie Christen werden, in ihren Leben kein Leid mehr zustossen sollte. Ihnen wird beigebracht, dass Leiden von Christen durch Glaubensmangel verursacht wird.

Hebräer 11 wird oft das Glaubenskapitel genannt. Darin werden gewisse Menschen wegen ihres vertrauenden Glaubens gelobt. Unter den Menschen, die in Hebräer 11 aufgeführt sind, sind solche, die Not litten, die verfolgt, misshandelt, gefoltert, geschlagen und getötet wurden (Heb 11, 35-38). Es ist eindeutig, dass ihr Leiden nicht durch Vertrauensmangel verursacht wurde, da sie im Glaubenskapitel" aufgeführt sind.

Leiden ist eine Folge der Sünde. Aber nicht alles Leiden ist ein direktes Ergebnis der Sünde im Leben des Christen. Während seines irdischen Dienstes stiess Jesus auf einen Mann, der blind geboren war. Die Jünger baten Jesus darum, den Ursprung der Sünde zu identifizieren, die verursacht hatte, dass der Mann blind geboren wurde. Die Jünger nahmen an, dass das Leiden von der Sünde des Mannes oder vielleicht von der Sünde seiner Eltern verursacht wurde, da der Mann blind geboren wurde. Als Jesus darum gebeten wurde, die Sünde zu identifizieren, die die Blindheit verursacht hatte, antwortete er: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern; sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden" (Joh. 9,1-4). Manchmal erlaubt Gott Leiden im Leben von Christen, um eine Gelegenheit zu geben, das Evangelium von Jesus Christus zu präsentieren.

Die Christen, die im ersten Jahrhundert lebten, erwarteten sicher kein christliches Leben ohne Leiden. Der Apostel Petrus schrieb folgendes an seine Brüder und Schwestern in Christus (1.Pet. 4,12-16): Geliebte, lasst euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Mass, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit[der Geist] Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber verherrlicht. Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt; wenn er aber als Christ leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache!

Leiden sollten im Leben eines Christen nichts Unerwartetes sein.

Gott entfernt das Leiden nicht immer aus unserem Leben. Der Apostel Paulus litt unter Schmerzen. Er bat Gott dreimal darum, ihm dieses Leiden wegzunehmen. Aber Gott entfernte das Leiden nicht, weil das Leiden ein Werkzeug war, das Gott verwendete, um den Apostel Paulus für seinen Dienst vorzubereiten (2.Kor. 12,7-10). Gott entfernt nicht immer unser Leiden, aber wir wissen, dass Gott uns durch unser Leiden tröstet und stärkt (Phil 4:13).

Manchmal kennt nur Gott den Grund für unser Leiden. Gott hat eine Absicht für unser Leiden, ungeachtet, ob er uns seine Absicht enthüllt. Wir wissen, dass Gott unser Leiden zu unserem Besten und zu seinen Ruhm gebraucht (Röm. 8,28). Als Gottes Diener sind wir nicht in der Lage, die Frage zu beantworten, warum Gott Leiden in jeder besonderen Situation zulässt, aber wir wissen, dass Gott erhaben ist und alle Situationen vollständig unter Kontrolle hat (Dan. 4,25). Und dieser Gott wird von Liebe motiviert, weil Gott Liebe ist (1.Joh. 4,16).

Wir wissen, dass uns Gott mit einer bedingungslosen Liebe liebt (1.Joh. 4,19) und dass Gott uns niemals aufgibt oder verlässt (Heb. 13,5b). Während wir unseren leidenden Brüdern und Schwestern dienen, können wir ihnen authentisches Mitgefühl und Unterstützung erweisen, indem wir uns in ihren Prüfungen um sie kümmern. Der Apostel Paulus erinnerte die Kirche in Korinth daran, einander in Zeiten des Leidens zu trösten.

Er schrieb (2.Kor. 1,3-7): Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in all unsrer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden. Denn wie die Leiden des Christus sich reichlich über uns ergiessen, so fliesst auch durch Christus reichlich unser Trost.
 
Haben wir Bedrängnis, so geschieht es zu eurem Trost und eurer Rettung, die sich wirksam erweist in standhafter Erduldung derselben Leiden, die auch wir erleiden; werden wir getröstet, so geschieht es zu eurem Trost und eurer Rettung; und unsre Hoffnung für euch ist gewiss, da wir wissen: Gleichwie ihr Anteil an den Leiden habt, so auch am Trost.

Die Psalmen sind gute Ressourcen für jeden Leidenden; denn sie drücken Trauer, Frustration und Fragen zu unseren Prüfungen aus. Wie die Psalmen zeigen, können wir den Grund für das Leiden nicht sehen, aber wir kennen die Quelle des Trostes. Die Quelle des Trostes für alles Leiden ist Jesus Christus, unser Herr. Möge unser Herr uns stärken, während wir leidenden Menschen dienen. Möchten wir alle Trost in unserem Herrn, Jesus Christus, während Zeiten des Leidens suchen und bleiben wir in ihm bis zum Tag, wenn er permanent alles Leiden aus dem Universum entfernt (Offb. 21,4).

von David Larry


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